bedeckt München 16°

Uli Hoeneß:"So ticke ich nicht"

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß.

(Foto: imago)

Bayern-Präsident Hoeneß freut sich auf die Nachfolger Hainer und Kahn - und sorgt sich um die DFB-Elf.

Vor seinem Abschied aus dem Präsidenten-Amt am 15. November hat Uli Hoeneß dem FC-Bayern-Magazin "51" ein langes Interview gegeben. Er erklärt darin, sein Rückzug sei nur möglich, weil sein Nachfolger, der frühere Adidas-Chef Herbert Hainer, und der zweite neue starke Mann der Zukunft, der designierte Vorstandschef Oliver Kahn, ihm ein gutes Gefühl gäben: "Wenn ich von den beiden nicht völlig überzeugt wäre, hätte ich noch einmal kandidiert."

Hoeneß weist jedoch die Darstellung zurück, in Hainer und Kahn gezielt zwei persönliche Vertraute zu installieren, um für sich selbst eine starke Hausmacht im Klub zu erhalten. "Das behaupten nur Menschen, die hinter jedem Busch einen Feind sehen. So ticke ich nicht. Ich bin nicht so ehrgeizig, dem Verein weiter meinen Stempel aufzudrücken", versichert Hoeneß, der einen Sitz im Aufsichtsrat behält: "Ich will nicht zum Teufel gejagt werden. Aber ich sage auch nicht: Hoffentlich geht es dem FC Bayern nach meinem Abschied schlecht, damit mein Schaffen im größtmöglichen Licht dasteht."

Ohnehin sieht Hoeneß die Bayern bestens aufgestellt. "Ich glaube, dass unser Konzept in den nächsten Jahren prosperiert wie nie", sagt er über die wirtschaftliche Ausrichtung des Vereins - in Abgrenzung zu Investorenklubs, "die darauf zusteuern, einen Schuldenberg jenseits einer Milliarde Euro anzuhäufen." Hoeneß orakelt: "Diese Vereine wird es in absehbarer Zeit nicht mehr geben." Ebenfalls kritisch sieht er die Entwicklung des deutschen Nationalteams: "Man hat das Gefühl, das Interesse ebbt ab. Da sollten sich einige fragen, ob sie das richtige Konzept haben, ob man nicht manchmal den Fußball am Menschen vorbei inszeniert."

In eigener Sache sagt der 2013 zu einer Gefängnisstrafe verurteilte Hoeneß, 67: "Mein allergrößter Fehler war meine Steuersache. Das bereue ich zutiefst, Kritik daran ist höchst berechtigt."

© SZ vom 02.11.2019 / SZ

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite