Tischtennis-Bundesliga:Rechnung ohne Tanaka

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Tischtennis-Bundesliga: Überzeugend: Maksim Grebnev gewinnt sein Einzel gegen Rares Sipos.

Überzeugend: Maksim Grebnev gewinnt sein Einzel gegen Rares Sipos.

(Foto: Andreas Liebmann)

Der TSV Bad Königshofen unterliegt überraschend dem Tabellenschlusslicht Bad Homburg, bei dem ein junger Japaner verblüfft.

Von Andreas Liebmann

Es war die vermeintlich entscheidende Phase, und sie lief perfekt aus Sicht des Tischtennis-Erstligisten TSV Bad Königshofen. Eins zu eins stand es im TTBL-Heimspiel gegen den TTC Obererlenbach Bad Homburg, nachdem dessen junger Japaner Yuta Tanaka zu stark gewesen war für Filip Zeljko, zuvor aber Routinier Bastian Steger wie selbstverständlich seiner Favoritenrolle gegen Lubomir Jancarik gerecht geworden war. Nun ging es also darum, ob Maksim Grebnev, 19, gegen Rares Sipos, 21, der vermutlich vorentscheidende zweite Einzelsieg für die Unterfranken gelingen würde, ehe Routinier Steger den Sack zumachen könnte.

Und es lief wie nach Drehbuch. Sipos hatte phasenweise brilliert mit seiner knallharten Rückhand, Grebnev mal defensiv, mal offensiv spektakulär gepunktet, beide steigerten sich in ihrem Niveau. Im fünften Satz aber entfuhr dem Rumänen Sipos ein wütender Urschrei. Er begann innerlich zu kochen, bald biss er hadernd in seinen Schläger; ihm gingen die Nerven verloren, während Grebnev davonzog und den TSV schließlich in Führung brachte. Das Publikum hätte getobt - wenn es denn da gewesen wäre. Die Halle in Bad Königshofen war leer. Und auch wenn es in diesem Augenblick anders aussah: Am Ende unterlagen die Gastgeber dem Tabellenletzten überraschend 2:3.

Die Niederlage gegen den Letzten kommt für den TSV Bad Königshofen unerwartet, die Playoff-Plätze geraten etwas außer Sicht

Erst während des bayerischen Derbys beim TTC Neu-Ulm am vergangenen Donnerstag war den Unterfranken klar geworden, dass trotz proklamierter Geisterspiele im bayerischen Profisport durchaus Publikum in die Hallen darf, solange diese nicht zu groß sind. Der positive Bescheid aus dem Gesundheitsamt kam dann aber so kurzfristig, dass es organisatorisch schwierig geworden wäre, doch noch mit Fans zu planen. "Das hat mir wehgetan", sagte Teammanager Andreas Albert, der den Heimvorteil schweren Herzens ins nächste Jahr vertagte. Aber wenn man nun diesen Sieg holen würde, sähe es ja trotzdem ganz gut aus nach der Vorrunde, sagte er. Doch irgendwie hatte niemand diesen Tanaka auf der Rechnung, der nun also gegen Steger antrat - und noch mehr verblüffte als in seinem ersten Einzel. Der jeden Druck aushielt, sogar gegen Stegers Paradeschlag in Rückhand-Topspin-Duellen bessere Antworten fand und Stegers sonst oft spektakuläre Befreiungsaktionen aus der Ballonabwehr lässig unterband - durch ansatzlose Stopps, die viel schwieriger waren, als sie aussahen. "Scheiße, war der stark!", entfuhr es Albert, zumal Steger sich in überragender Form befinde. Tanaka, der nicht nur Albert an den früheren Publikumsliebling Mizuki Oikawa erinnerte, wehrte im dritten Durchgang Satzbälle ab, siegte 3:1 - und im finalen Doppel nutzten Sipos/Jancarik gegen Grebnev und Kilian Ort die unverhoffte Chance zum zweiten Saisonsieg. Die Playoff-Plätze sind für Bad Königshofen nun etwas außer Sicht geraten, "jetzt müssen wir auch wieder nach unten aufpassen", sagte Albert.

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