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Teamringen: Kabaddi:Hand, Riegel und Atemnot

Über die Entstehung der Sportart gibt es keine feststehende Theorie. Es wird allerdings vermutet, dass Kabaddi in Übungen zur Selbst- und Gruppenverteidigung wurzelt. Auch der Name des Spiels ist mehrdeutig. So setzt er sich aus den tamilischen Begriffen kai (Hand) und pidi (Riegel) zusammen. Aus dem Hindi entlehnt, bedeutet er gleichzeitig "Luft anhalten".

Wie Hand, Riegel und Atempause in der Umsetzung zusammenspielen, ließ sich bei den jüngsten Weltmeisterschaften beobachten. Neben dem indischen Kader um Angreifer Surkhpuria und seinem Erzrivalen aus Pakistan traten Mannschaften aus sieben weiteren Ländern zum Wettbewerb um den Welttitel an. Bei den Spielern aus Italien, Australien oder Iran handelte es sich überwiegend um indische Immigranten. Das zehntägige Turnier wurde von der Regionalverwaltung im nordindischen Punjab ausgerichtet, die für ihr Prestigeprojekt die Teilnehmer mit hohen Preisegeldern lockte: Jedem Spieler des Siegerteams winkten zehn Millionen Rupien - umgerechnet rund 165.000 Euro.

Dabei zeigte sich, dass Doping nicht auf die Leichtathletik und den Radsport begrenzt ist: Vor der Kabaddi-WM wurden 13 Spieler des 29 Mann starken indischen Kaders gesperrt. In ihrem Blut hatte das Anti-Doping-Komitee Steroide und andere verbotene Substanzen nachgewiesen. Ved Prakash, ein bekannter indischer Kabaddi-Spieler, zeigte sich enttäuscht über die Manipulationsversuche: "Wir wollen verbotene Substanzen vollständig aus dem Sport verbannen", sagte Prakash. "Drogenmissbrauch ist ein Verstoß gegen den Sportsgeist." Der Sportler versuchte sich auch an einer Erklärung: Die Spieler für den Nationalkader würden aus dem Amateurbereich rekrutiert, wo viele Sportler mit den internationalen Reglements nicht vertraut seien.

Zum Finale war das 12.000 Menschen fassende Guru-Nanak-Stadion in Ludhiana brechend voll und die Veranstalter mit dem großen Publikumserfolg zufrieden. Die indische Nationalmannschaft konnte zum dritten Mal den Weltmeistertitel verteidigen. Pakistan schaffte es dagegen erstmals, Iran vom Silber-Treppchen zu verdrängen. Mit einem besonderen Preis wurden der indische Kapitän Mangat Sigh Mangi als bester stopper und der Kanadier Kuljit Singh Malsihan als bester raider des Turniers ausgezeichnet: Sie erhielten beide einen Traktor.

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