Sport kompakt:15 Millionen Umsatz mit Doping

Staatsanwalt findet Schweizer Konten des früheren Armstrong-Arztes Ferrari, in Spanien spielt künftig "Getafe Team Dubai", Dirk Nowitzki verliert dritten Play-off-Spiel. Sport kompakt

Das mutmaßliche Dopingnetzwerk des italienischen Arztes Michele Ferrari soll einen Umsatz von 15 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Dies berichtete die Gazzetta dello Sport unter Berufung auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Padua. Diese Behörde führt seit 2010 federführend eine internationale Untersuchung, in die auch das amerikanische FBI, der amerikanische Dopingermittler Jeff Novitzky und Interpol eingebunden sind. Der italienische Staatsanwalt Benedetto Roberti sei in der Schweiz auf Konten des verdächtigten Arztes Ferrari gestoßen. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung soll es von diesem Konto auch eine Verbindung in die USA geben. Dort versuchen Ermittler zu klären, ob sich der siebenmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong mit Hilfe von Ferrari gedopt hat.

Dopingverdacht bei Lance Armstrong erhärtet, 2005

Weiter unter Druck: Lance Armstrong arbeitete jahrelang mit dem mutmaßlichen Doping-Arzt Michele Ferrari zusammen. (Hier ein Archivbild nach einer Dopingkontrolle in Les-Deux-Alpes bei der Tour de France 2002)

(Foto: dpa/dpaweb)

Der 39-jährige Amerikaner, der seine Karriere in dieser Saison beendet, hat stets Doping bestritten. An Ferraris Netzwerk sollen rund 100 Personen weltweit beteiligt sein. Armstrong hatte bei der Tour 2001 in Pau vor der Weltpresse zugegeben, seit mehreren Jahren mit Ferrari zusammenzuarbeiten und ihm zu vertrauen. Nach der Verurteilung des umstrittenen Mediziners im Oktober 2004 in einem Dopingprozess in Bologna (ein Jahre Gefängnis auf Bewährung) hatte sich Armstrong von Ferrari losgesagt. Auch im Rahmen der jüngsten Dopingermittlungen der italienischen Polizei gegen die Profis Michele Scarponi, Damiano Cunego und andere soll der Name Ferrari eine Rolle spielen.

Die Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann haben beim Auftakt der Beachvolleyball World Tour in Brasilia das Halbfinale verpasst. Im entscheidenden Spiel unterlag das Duo den Brasilianern Emanuel/Alison deutlich 0:2 (11: 21, 13:21) und beendete das Turnier damit auf Platz fünf. Nach ihrer Drittrunden-Niederlage gegen die Chinesen Wu/Xu hatten sich die an Nummer zwei gesetzten Berliner am Karfreitag zunächst mit 2:1 (22:24, 21:17, 15:11) gegen Bruno/Benjamin (Brasilien) durchgesetzt. Brink/Reckermann war das letzte verbliebene deutsche Duo im Wettbewerb. Bei den Frauen waren die Europameisterinnen Sara Goller und Laura Ludwig mit 1:2 an den Amerikanerinnen Lauren Fendrick/Brooke Hanson gescheitert und hatten ebenfalls Platz fünf belegt.

Basketball-Profi Dirk Nowitzki hat mit den Dallas Mavericks in den Play-offs der nordamerikanischen Profiliga NBA die erste Niederlage kassiert. Die Texaner mussten sich bei den Portland Trail Blazers mit 92:97 geschlagen geben und führen die Best-of-seven-Serie nach zwei vorangegangenen Heimsiegen nur noch mit 2:1 an. Die vierte Partie findet am Samstag erneut in Portland statt. "Portland hat am Anfang sehr gut gespielt, aber wir haben gut dagegen gehalten. Schlussendlich hatten wir aber zu viele Ballverluste und wir haben zu viele Freiwürfe vergeben. Doch unser kämpferischer Einsatz war gut", sagte Nowitzki, der mit 25 Punkten und 9 Rebounds einmal mehr die große Stütze seiner Mannschaft war. Bester Schütze jedoch war Jason Terry mit 29 Zählern. Bei den Trail Blazers war Wesley Matthews mit 25 Punkten erfolgreichster Schütze. Zwei andere Favoriten gaben sich am Donnerstagabend keine Blöße. Die Chicago Bulls, Topteam der Vorrunde, fuhren mit einem 88:84 bei den Indiana Pacers ebenso den dritten Sieg im dritten Spiel ein wie die Miami Heat mit einem 100:94 bei den Philadelphia 76ers.

Hoffnungsschimmer für Robert Kubica: Der Formel-1-Pilot darf knapp drei Monate nach seinem Rallye-Horrorcrash das Krankenhaus verlassen. Spätestens in der Woche nach Ostern werde es soweit sein, sagte der Pole der Internetseite seines Rennstalls Lotus-Renault. Der schwer verletzte und mehrfach operierte Kubica will schon bald mit dem mühsamen Aufbautraining für seine Rückkehr auf die Rennstrecke beginnen. "Ich versuche, diese schwierige Erfahrung zu nutzen, um so stark zurückzukehren wie ich nur kann", sagte der 26-Jährige. Einen Zeitpunkt für ein mögliches Renncomeback nannte er aber nicht. Kubica war Anfang Februar als Gaststarter bei der Rallye "Ronde di Andorra" schwer verunglückt und musste deshalb für die Formel-1-Saison passen. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld sprang als Ersatz ein. In der Santa Corona Klinik im italienischen Pietra Liqure kämpften die Ärzte über Wochen um die rechte Hand Kubicas, die bei dem Unfall praktisch zertrümmert worden war. "Die Beweglichkeit meiner Hand ist eingeschränkt, aber das ist ziemlich normal in so einer Situation, weil die damit verbundenen Armmuskeln immer noch sehr schwach sind", berichtete der Rennfahrer nun.

Der spanische Fußball-Erstligist FC Getafe wird an die Royal Emirates Group aus Dubai verkauft. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sind Verträge über eine 100-prozentige Übernahme unterschrieben worden, die Kaufsumme für den Madrider Vorortklub liegt demnach zwischen 70 und 90 Millionen Euro. "Wir sind sehr froh, diese Übereinkunft getroffen zu haben", sagte Scheich Butti bin Suhail al-Maktoum, Vorsitzender der Royal Emirates Group. Der Klub soll künftig "Getafe Team Dubai" heißen. Klub-Präsident Angel Torres sagte: "Wir hoffen, dass Getafe dadurch ins höchste Level des spanischen und europäischen Fußballs aufsteigen wird."

Radprofi Alberto Contador wird beim diesjährigen Giro d'Italia starten. Der Spanier, der momentan auf ein Urteil des Sportgerichtshofs CAS wegen eines möglichen Dopingvergehens wartet, steht auf der offiziellen Teilnehmerliste. Diese kann sich jedoch noch bis eine Woche vor Beginn der Rundfahrt am 7. Mai ändern. Contador hatte bereits mehrfach betont, in Italien starten zu wollen. Auch bei der Tour de France im Juli plant der Madrilene, der vom spanischen Verband trotz positiven Clenbuterol-Befunds freigesprochen worden war, seinen Auftritt, um das Gelbe Trikot zu verteidigen. Nach derzeitigem Stand würde der Fahrer vom Team Saxo Bank Sungard, der Doping bestreitet, mit der Nummer 181 ins Rennen gehen. Vorjahressieger Ivan Basso (Italien) steht nicht auf der Starterliste seines Teams Liquigas. Deutsche Fahrer bei der 150. Auflage der Rundfahrt sind unter anderen Fabian Wegmann (Leopard-Trek), Danilo Hondo (Lampre) und Gerald Ciolek (Quickstep).

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