Spanien Madrider Blues

Real Madrid gewinnt das erste Spiel mit seinem Trainer-Rückkehrer Zinédine Zidane und offenbart doch weiterhin interne Dissonanzen. Stadtrivale Atlético verliert mit einem bereuenden französischen Angreifer Antoine Griezmann.

Von Javier Cáceres, Madrid/Berlin

Die Fußballstadt Madrid leidet noch immer unter dem Champions-League-Blues. Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Ajax und der Entlassung von Trainer Santiago Solari schaffte es zwar Real Madrid, seinen Anhängern ein Gefühl der Renaissance zu vermitteln. Bei der Rückkehr von Zinédine Zidane besiegte der Klub den im Abstiegskampf irrlichternden RC Celta de Vigo 2:0. Isco (62.), der erstmals seit Oktober in der Startelf stand und neben Marcelo und Marco Asensio zu den Begnadigten zählte, erzielte die Führung; Gareth Bale schoss das 2:0 (77.). Beruhigt ist die Lage aber noch immer nicht.

Zidane stellte seinen alten Vertrauensmann Keylor Navas ins Tor und setzte den Belgier Thibaut Courtois auf die Reservebank, was nicht nach dem Gusto von Präsident Florentino Pérez sein dürfte; Courtois wurde erst zu Saisonbeginn für viel Geld von Chelsea geholt.

Zudem soll es Differenzen über den künftigen Kader geben. Bei Atlético Madrid leidet man noch immer unter dem 0:3 bei Juventus Turin, durch das der 2:0-Erfolg aus dem Hinspiel des Achtelfinals der Champions League verspielt wurde. Am Samstag verlor Atlético im Baskenland bei Athletic Bilbao 0:2 - und ließ Real dadurch in der Tabelle heranrücken. Noch dramatischer war eine Nachricht, die in Frankreich von L'Équipe verbreitet wurde: Weltmeister Antoine Griezmann bereue es, nach dem Champions-League-K.o. bei Atlético verlängert zu haben. Er sagte seinerzeit beim FC Barcelona ab. Seine vertraglich festgeschriebene Ablösesumme liege bis zum Sommer noch immer bei 120 Millionen Euro, was ihn angesichts der Marktlage zu einem Schnäppchen machen würde. Bei Barcelona aber sagte er unter anderem deshalb ab, weil Atlético ihm ein Jahressalär von weit mehr als 20 Millionen Euro netto geboten hatte. Das dürfte potenzielle Interessenten abschrecken - darunter auch Barça.