Snooker-WM:Ronnie O'Sullivan holt siebten Titel

Lesezeit: 2 min

Snooker-WM: Konfetti für den Sieger: Ronnie O'Sullivan gewinnt seinen insgesamt siebten Weltmeister-Titel.

Konfetti für den Sieger: Ronnie O'Sullivan gewinnt seinen insgesamt siebten Weltmeister-Titel.

(Foto: Lewis Storey/Getty Images)

Diesen Erfolg wollte Ronnie O'Sullivan unbedingt. Der Engländer zieht nach WM-Trophäen mit dem Schotten Stephen Hendry gleich. Dabei wird ihm jüngst geraten, er könne allmählich zurücktreten.

Ronnie O'Sullivan ist nach einjähriger Abstinenz zurück auf dem Snooker-Thron und hat nach Weltmeistertiteln mit dem großen Stephen Hendry gleichgezogen. Der 46 Jahre alte Engländer mit dem Spitznamen "The Rocket" besiegte am Montagabend seinen Landsmann Judd Trump mit 18:13 und krönte sich damit beim wichtigsten Turnier der Welt zum siebten Mal als Champion.

"Die Snooker-Götter waren an meiner Seite", sagte O'Sullivan: "Er hat mich zwei Tage unter Druck gesetzt. Ich habe versucht, entspannt zu bleiben." Im Crucible Theatre von Sheffield ließ O'Sullivan keinerlei Zweifel an seiner Dominanz, die vierte Session am Montagabend dauerte nicht mehr besonders lang. Der Weltmeister kassiert 500 000 Pfund (rund 596 000 Euro).

Snooker-WM: Muss sich den Platz als Rekord-Weltmeister der "Crucible"-Ära nun mit O'Sullivan teilen: Der Schotte Stephen Hendry, hier bei einem Turnier 2011.

Muss sich den Platz als Rekord-Weltmeister der "Crucible"-Ära nun mit O'Sullivan teilen: Der Schotte Stephen Hendry, hier bei einem Turnier 2011.

(Foto: Gareth Copley/AP)

Nach 2001, 2004, 2008, 2012, 2013 und 2020 schlug der für sein polarisierendes Auftreten bekannte O'Sullivan ein siebtes Mal zu - der Schotte Hendry schaffte diese Anzahl an Titeln zwischen 1990 und 1999. "Das ist eine große Ehre für mich, die Zahl der WM-Trophäen mit ihm zu teilen. Er hat Snooker auf ein ganz neues Level gehoben", lobte Hendry. Widersacher Trump war in weiten Phasen des Finalduells Statist und konnte "The Rocket" zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährden.

Für O'Sullivan verlief nicht nur das Finale, sondern das gesamte 17-tägige Turnier nach Maß. Vor dem Endspiel besiegte er seinen ewigen Rivalen John Higgins aus Schottland deutlich mit 17:11. Auch die ersten drei Runden gegen seinen Landsmann David Gilbert (10:5), den Nordiren Mark Allen (13:4) sowie den Schotten Stephen Maguire (13:5) bereiteten dem häufig als Snooker-Genie beschriebenen Akteur von der Insel überhaupt keine Probleme.

In der ersten Final-Session hatte sich O'Sullivan mit dem Schiedsrichter angelegt.

O'Sullivans Karriere war von Suchtproblemen und Depressionen begleitet. In dem Gentleman-Sport polarisiert "The Rocket" wie kein Zweiter, das zeigte sich in Anflügen auch im Finale. In der ersten Session am Sonntag hatte er sich mit Schiedsrichter Olivier Marteel angelegt. Erst verwickelte der Primus den Referee in eine lautstarke Diskussion, später sagte er im TV-Interview bei Eurosport: "Ich denke, er sucht nur nach Ärger." Im Snooker gilt so eine Aussage schon als Affront.

O'Sullivan dürfte die siebte WM-Krönung auch deshalb besonders gut schmecken, weil ihm unmittelbar vor dem Turnier noch der Abschied nahegelegt wurde. Der iranische WM-Debütant Hossein Vafaei hatte die Umgangsformen des Weltklasseakteurs bemängelt. "Vieles, was er sagt, frustriert mich. Was für eine Legende bist du, wenn du Leute als Idioten bezeichnest?", sagte Vafaei. Es sei Zeit, O'Sullivan zu sagen: "Geh in Rente, Mann. Tritt zurück." Der Engländer reagierte inhaltlich kaum darauf und gab sich ganz gelassen. Die sportliche Antwort präsentierte er nun im Crucible Theatre.

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