Skispringen:Willinger Wind

Wind ist keine Besonderheit in Willingen. Über die Wipfel des Uplands im Norden Hessens fegt im Januar schon mal eine ungemütliche Brise. Nicht immer fegt sie rekordverdächtig, am Sonntag aber sorgte sie für einen sagenhaft langen ersten Durchgang. Mehr als zwei Stunden dauerte es, bis der letzte Skispringer unten war, weshalb auch der zweite Durchgang gestrichen wurde.

Die Springer waren froh, endlich ins Warme zu kommen, und besonders froh waren jene, die hier auch noch einen Podestplatz mitnahmen, darunter auch Markus Eisenbichler als Dritter. Der konstanteste Springer im deutschen Team ist manchmal Opfer seines eigenen Ärgers über die Umstände - beim Springen am Samstag etwa schimpfte er über Rang acht. Diesmal, am Sonntag, behielt er als vorletzter Springer Ruhe und Balance. Hoch stürzte er sich hinaus in den Seitenwind, erwischte ein Luftkissen und landete bei 143 Metern - weiter als alle anderen vor ihm, wegen schlechteren Windes blieb aber der Pole Piotr Zyla vor ihm. Gewonnen hat schließlich Halvor Egner Granerud, der Weltcupführende aus Norwegen, den mal wieder nichts aus seiner Perfektion holen konnte: 149 Meter!

Für einen Teil des DSV-Teams um Trainer Stefan Horngacher blieb der Wind also gnädig, Pius Paschke (8.) und Severin Freund (17.) und Karl Geiger (23.) sicherten sich noch Weltcuppunkte, die Chancen der übrigen wurden verblasen. Auch der Samstag war schon enttäuschend verlaufen. Alle fahren nun zum Weltcup in Klingenthal im Vogtland, wo auch eine große Schanze steht, etwas weniger windumtost.

© SZ vom 01.02.2021 / SZ
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