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Ski alpin:Fenninger droht ÖSV mit Rücktritt

Alpine Skiing World Championships 2015

Anna Fenninger: Fühlt sich genötigt

(Foto: dpa)

Ein Streit mit dem österreichischen Verband erbost Skifahrerin Anna Fenninger.Die italienische Polizei führt beim Giro d'Italia Kontrollen gegen "Motor-Doping" durch. Die NFL bestraft Quarterback Tom Brady hart.

Ski, Anna Fenninger: Anna Fenninger (25) hat dem Österreichischen Ski-Verband (ÖSV) mit sofortigem Rücktritt gedroht. Weil die Super-G-Olympiasiegerin, dreifache Weltmeisterin und zweimalige Gesamtweltcupsiegerin unter anderem die Aufforderung des Verbandes, sich von ihrem deutschen Manager Klaus Kärcher zu trennen, als Nötigung betrachtet, schrieb sie in einer von österreichischen Medien veröffentlichten Mail an die Verantwortlichen: "Bevor ich diesem Wunsch entspreche, werde ich meine Karriere beim ÖSV mit sofortiger Wirkung beenden." Der seit längerem schwelende Streit zwischen der 25 Jahre alten besten Ski-Rennläuferin Österreichs und dem von Präsident Peter Schröcksnadel geführten Verband droht damit zu eskalieren. Sie empfinde das Verlangen des ÖSV nach der Trennung von Kärcher als "hochgradig unangemessen, um nicht von Nötigung zu sprechen", schrieb Fenninger und stellte "ausdrücklich" klar, "dass das vom Verband mit der nunmehr auch sportlichen Druckausübung verfolgte Ziel mit Sicherheit nicht zu erreichen ist." Dem ÖSV um den allmächtigen Schröcksnadel, der schon die Superstars Hermann Maier und nun Marcel Hirscher unter seine Kontrolle brachte, ist Kärcher ein Dorn im Auge. Dabei geht es vor allem um Sponsorenverträge, die der Schwabe für Fenninger abschließen will. Kärcher gebe ihr den "Rückhalt, den mir nur ein unabhängiger Berater geben kann, der nicht in ständigen Interessenskonflikten gefangen ist und der auch den nötigen Weitblick für eine individuelle Vermarktung mitbringt."

Radsport: Die italienische Polizei führt im Rahmen des 98. Giro d'Italia Kontrollen gegen sogenanntes "Motor-Doping" durch. Laut der Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport suchten die Inspektoren vor Beginn der dritten Etappe am Montag im ligurischen Rapallo nach Bluetooth-Frequenzen, mit denen Zusatzantriebe eingeschaltet werden können. Mit innovativen Wifi-Systemen können unerlaubte Hilfsmotoren, die Fahrer beim Treten unterstützen können, aktiviert werden. Schon am vergangenen Samstag waren mehrere Räder daraufhin kontrolliert worden, berichtete das Blatt. Laut Gazzetta wurde bislang kein Vergehen festgestellt.

NFL: Die National Football League NFL hat am Montag (Ortszeit) ihre Sanktionen im Zuge des sogenannten Deflate Gate-Skandals bekanntgegeben. Die Liga sperrt New England Patriots-Quarterback Tom Brady für vier Spiele. Der Verein von Right Tackle Sebastian Vollmer verliert bei der Draft der Nachwuchs-Talente im Jahr 2016 sein Erstrunden-Zugriffsrecht und 2017 den Viertrunden-Pick. Zudem muss der Meister eine Million Dollar Strafe zahlen. Die NFL reagierte mit den Sanktionen auf den wahrscheinlichen Verstoß der Patriots im Playoff-Halbfinale im Januar gegen die Indianapolis Colts. Bei der Partie hatten elf der zwölf Patriots-Bälle in der ersten Halbzeit weniger Luft als zugelassen, obwohl sie im Vorfeld von den Schiedsrichtern überprüft und für gut befunden wurden. Die NFL hatte den Fall dreieinhalb Monate untersuchen lassen. Dabei kam heraus, dass Patriots-Vereinspersonal "wahrscheinlich" die Luft aus den Bällen entlassen und Brady "grundsätzlich von diesem Regelverstoß gewusst" habe. Der 37-jährige ist mit vier Meistertiteln neben Joe Montana und Terry Bradshaw der erfolgreichste Quarterback der Liga-Geschichte.

Eishockey, WM: Mit einem 2:3 (0:0, 0:1, 2:1) nach Penaltyschießen im letzten WM-Spiel gegen Österreich haben Deutschlands Eishockey-Cracks dem wohl scheidenden Bundestrainer Pat Cortina einen unerfreulichen Abschied bereitet. Nach einer der schlechtesten Leistungen des Turniers verpasste Deutschland den angepeilten dritten WM-Sieg, beseitigte aber durch das Unentschieden nach 60 Minuten zumindest letzte zuvor noch theoretisch vorhandene Zweifel am Klassenverbleib. "Es war brutal schwer", meinte Torhüter Dennis Endras nach dem nervenaufreibenden WM-Abschluss am Montag in Prag. Stürmer Kai Hospelt zog ein insgesamt versöhnliches Turnierfazit: "Wir haben besser gespielt, als uns viele zugetraut haben." Hospelt räumte nach der Niederlage ein: "Heute haben wir nach hinten raus vielleicht zu kompliziert gespielt. Ich glaube nicht, dass es an der Einstellung gelegen hat."

Tore von Michael Wolf (45. Minute) und Patrick Reimer (59.) für Deutschland sowie von Thomas Raffl (35.) und Rafael Rotter (55.) für Österreich hatten zur Punkteteilung nach regulärer Spielzeit geführt. Dominique Heinrich und Konstantin Komarek bescherten Österreich dann den Extra-Punkt für den zweiten WM-Sieg. Für Deutschland verwandelte nur NHL-Profi Tobias Rieder seinen Penalty, Hospelt und Reimer scheiterten. Trotzdem ist das österreichische Team von Trainer Dan Ratushny am Dienstag am letzten Vorrundenspieltag wohl auf Schützenhilfe angewiesen, um den direkten Wiederabstieg verhindern zu können. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hat dann spielfrei und befindet sich wohl bereits auf der Heimreise. Die Chancen auf das Viertelfinale wurden bereits am Sonntag beim unglücklichen 2:4 gegen den WM-Gastgeber Tschechien verspielt.

Premier League, FC Arsenal: Mesut Özil und Per Mertesacker haben mit dem FC Arsenal im Kampf um einen Champions-League-Direktplatz einen unerwarteten Dämpfer einstecken müssen. Gegen Swansea City kassierte der 13-malige englische Fußballmeister am Montagabend eine 0:1 (0:0)-Heimniederlage. Matchwinner für die Gäste war Bafetimbi Gomis, der in der 85. Minute per Kopf traf. Damit verpasste es das Team von Trainer Arsène Wenger, den Abstand auf den Tabellen-Vierten Manchester United auf fünf Punkte auszubauen. Arsenal hat als Dritter 70 Zähler und kann am Sonntag von ManU (68) im direkten Duell sogar überholt werden. Allerdings haben die Gunners noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Wie in der Bundesliga und der spanischen Primera Division erreichen in der Premier League die ersten Drei die Champions League direkt. Der Tabellen-Vierte muss dagegen in die Qualifikation für die europäische Königsklasse.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc
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