Schach-WM:Remis im 75. Zug

Nepomnjaschtschi führt bei der Schach-WM gegen Ding 5:4

Im Kampf um den WM-Titel im Schach hat der Russe Jan Nepomnjaschtschi, 32, seinen knappen Vorsprung verteidigt. Am Freitag endete die neunte Partie des in Astana/Kasachstan ausgetragenen Matches gegen den Chinesen Ding Liren, 30, mit einem Remis. Damit führt Nepomnjaschtschi nach neun von maximal 14 Partien mit 5:4. Nach diversen spektakulären Spielen boten die beiden Kontrahenten diesmal die bislang ruhigste, aber zugleich auch längste Partie des Wettkampfes: Erst nach 82 Zügen einigten sie sich auf ein Unentschieden.

Am Tag zuvor, als sich die beiden Spieler ebenfalls Remis trennten, hatte es viel Aufregung gegeben, weil offenkundig Dings Eröffnung online vorab durchgesickert war. In der Partie am Freitag strebte er ein ruhiges Spiel an und wählte in der spanischen Eröffnung die sogenannte Berliner Verteidigung, die in manchen Varianten bis ins Endspiel ausanalysiert ist. Zwar unterlief dem Chinesen eine kleine Ungenauigkeit und konnte sich Nepomnjaschtschi einen kleinen Vorsprung erarbeiten, doch im entscheidenden Moment spielte der Russe nicht bedingungslos auf Sieg.

Das WM-Match endet, sobald einer der beiden Kontrahenten 7,5 Punkte erreicht. Bei einem Sieg gibt es einen Punkt, bei einem Remis bekommt jeder Spieler einen halben Punkt. Gibt es nach 14 Partien einen Gleichstand, entscheidet ein Stechen, das im Schnellschach ausgetragen wird. Die nächste Partie findet am Sonntag (11 Uhr, im Liveticker auf sz.de/schach-wm) statt. Ding spielt gegen Nepomnjaschtschi um den Titel, weil Dauer-Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen wegen fehlender Motivation nicht antritt.

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