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SC Paderborn:Suche nach dem Dosenöffner

Der Aufsteiger will nach dem 1:2 gegen Mainz seine eigene Arbeit hinterfragen. Trainer Steffen Baumgart stellt fest: "Unsere Fehlerquote ist zu hoch, um in der Bundesliga bestehen zu können."

Steffen Baumgart, der Trainer des SC Paderborn, formulierte es so: "Jetzt sind wir ein bisschen mit dem Arsch an der Wand." Ein Punkt hat der Aufsteiger nach sieben Spielen, Paderborn ist nach vier Niederlagen in vier Heimpartien Tabellenletzter. Nicht, dass man deswegen nervös würde in Ostwestfalen. Dafür war der Aufstieg eine zu große Überraschung, dafür ist der Etat zu klein und der Realismus zu groß. Doch das 1:2 (1:2) gegen den FSV Mainz 05 verdeutlichte eines: Wenn vor heimischem Publikum gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner eine verdiente Niederlage herauskommt, wird es schwer mit dem Klassenverbleib. Und so merkte auch Baumgart an: "Unsere Fehlerquote ist zu hoch, um in der Bundesliga bestehen zu können."

Der Aufstiegstrainer, dessen Name beim Verlesen der Mannschaftsaufstellungen von den Fans nach wie vor den Zusatz "Fußballgott" erhält, sieht nicht zuletzt sich selbst in der Pflicht. "Wenn du nach sieben Spielen einen Punkt hast, musst du dich hinterfragen", sagte er: "Auch meine Person." An einen Rücktritt denke er dabei nicht, versicherte der frühere Bundesligastürmer sogleich. Vielmehr gehe es darum, die Vorbereitung auf die Spiele zu analysieren. Allzu viele Register kann Baumgart allerdings nicht mehr ziehen. Gegen Mainz brachte der Coach drei neue Spieler, für seine Verhältnisse eine große Rotation. Aufstiegstorwart Leopold Zingerle verdrängte Jannik Huth zwischen den Pfosten. Baumgart wollte damit "die Situation neu eröffnen". Auch dass die Innenverteidigung nicht von Christian Strohdiek, 31, und Uwe Hünemeier, 33, sondern von Sebastian Schonlau, 25, und Luca Kilian, 20, gebildet wurde, kann man so auffassen. Auf die Frage, ob diese beiden die Zukunft im Abwehrzentrum seien, sagte Baumgart: "Zukunft müssen wir uns erarbeiten."

Dies dürfte in der Tat kompliziert werden. Die mit nur drei Punkten angereisten Mainzer, deren gelbrot-gesperrter Trainer Sandro Schwarz den Sieg im Mannschaftsbus verfolgen musste, hatten deutlich mehr klare Torchancen als jene, die Robin Quaison (8.) und Daniel Brosinski (32., Foulelfmeter) zum Sieg verwerteten. In einem Spiel, das längst hätte entschieden sein müssen, vergab Jamilu Collins für Paderborn in der 79. Minute vom Elfmeterpunkt die Chance zum 2:2. Zuvor hatte Ben Zolinski (14.) für das kurzzeitige 1:1 gesorgt. "Wir suchen immer nach dem Dosenöffner", resümierte SCP-Sportchef Martin Przondziono. Der könnte kommen: Nach der Länderspielpause geht es zum nächsten Kellerduell bei Mitaufsteiger 1. FC Köln. In der Vorsaison gewann Paderborn beide Spiele und schoss dabei insgesamt acht Tore.

© SZ vom 07.10.2019 / SID

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