Regionalliga Die Meister-DNA von 1860 München

Applaus, Applaus: 1860-Kapitän Felix Weber (re.) und Nico Karger klatschten auch in Ingolstadt.

(Foto: imago/foto2press)
  • Der TSV 1860 München könnte an diesem Spieltag die Meisterschaft der Regionalliga Bayern feiern.
  • Trainer Daniel Bierofka lobt die besondere DNA seiner Mannschaft.
  • Selbst bei einer verfrühten Titelfeier erwartet die Münchner noch eine große Aufgabe.
Von Markus Schäflein

An diesem Samstag im Heimspiel gegen den FC Augsburg II kann der TSV 1860 München Meister der Fußball-Regionalliga Bayern werden, oder eben am Dienstag in Illertissen, oder danach im Derby gegen den FC Bayern II, oder in einem der beiden folgenden Saisonspiele. Fest steht nur, wenn auch noch nicht mathematisch, dass der TSV 1860 irgendwann Meister werden wird. Auch Trainer Daniel Bierofka sieht das angesichts von elf Zählern Vorsprung bei noch fünf Partien so, und daher hielt er bei der Pressekonferenz zum Augsburg-Spiel schon eine Art Meisterrede. "Diese Mannschaft hat eine eigene DNA, deshalb gewinnt sie auch schwierige Spiele", sagte Bierofka. "Es ist außergewöhnlich, was die Jungs da zusammen schaffen. Dieser Zusammenhalt, dieses Miteinander ist ehrlich. Ich weiß nicht, ob es so etwas noch einmal geben wird."

Die seltsamen Umstände, unter denen Sechzig plötzlich Viertligist wurde, haben die ehemaligen U21-Spieler, die verbliebenen Profis und die Zugänge offenbar zu einer ganz besonderen Mannschaft zusammengeschweißt. Acht Spiele in Serie hat sie zuletzt gewonnen, und als es zuletzt in Ingolstadt mies begann, drehte sie nach einer halben Stunde auf - und das 0:1 in ein 4:1. "Es ist positiv, wie schnell sie den Schalter wieder umlegen kann", findet Bierofka. Gegen den FCA II (14.05 Uhr, Bayerisches Fernsehen) soll der neunte Erfolg folgen, und dann wäre Sechzig tatsächlich schon Meister, wenn die Bayern zeitgleich in Schalding-Heining nicht gewinnen.

Bierofka hat einen Wunsch

Natürlich wäre es schöner, an einem sonnigen Samstag in Giesing und live im Fernsehen aufzusteigen, als an einem Dienstagabend auf dem Illertisser Sportplatz unter funzeligem Flutlicht. Bierofka rechnet allerdings nicht damit: "Die Wahrscheinlichkeit ist nicht so hoch, dass Bayern in Schalding Punkte lässt. Wir gehen davon aus, dass wir ein weiteres Spiel brauchen." Es sei auch nichts vorbereitet für eine Meisterschaftsfeier. Ihm ist es ohnehin egal, gegen wen der Vollzug gelingt: "Wenn es Unterföhring wäre, wäre es mir auch wurscht." Auf den Hinweis, dass angesichts der anstehenden Aufstiegs-Relegation der Meistertitel ohnehin noch kein Grund zur Freude sei, fragte Bierofka: "Sollen wir dann trauern oder was?" Es sei dann "sicherlich erst einmal eine Erleichterung da, und dann können wir uns zwei, drei Tage freuen, das ist ganz normal". Die Fans müssten sich am Samstag allerdings mit alkoholfreiem Bier freuen, die Partie wurde zu einem Hochrisikospiel erklärt.

Angesichts des mal wieder aufflackernden Richtungsstreits im Umfeld über den Umgang mit Investor Hasan Ismaik äußerste Bierofka noch den Wunsch, dass seine Spieler damit während ihren Auftritten nicht behelligt werden mögen. "Da geht es nicht um den Scheich, den e.V. oder so etwas. Es geht um die Mannschaft", sagte er. "Wir kommen jetzt in die entscheidende Phase. Wir brauchen die maximale Unterstützung, vor allem in den Relegationsspielen." Und vorher bei einer kleinen Feier.