Regionalliga Bayern:Zehn geimpft, einer genesen

Regionalliga Bayern: Nachdenklicher Chef: Hachings Präsident Manfred Schwabl hat mit zwölf Corona-Fällen bei der SpVgg zu kämpfen.

Nachdenklicher Chef: Hachings Präsident Manfred Schwabl hat mit zwölf Corona-Fällen bei der SpVgg zu kämpfen.

(Foto: Claus Schunk/Claus Schunk)

Hachings Präsident Manfred Schwabl kann sich den Corona-Ausbruch in der Mannschaft kaum erklären.

Von Stefan Galler

Die Zahlen sind alarmierend: Zwölf Regionalligafußballer der Spielvereinigung Unterhaching wurden in den letzten Tagen positiv auf das Coronavirus getestet. Eine Tatsache, die für Verwunderung sorgt, schließlich war Haching in der Hochphase der Pandemie vor knapp einem Jahr ohne jeden Infektionsfall geblieben. Nachfrage bei Klubpräsident Manfred Schwabl, der sofort emotional reagiert: "Wir nehmen das Virus extrem ernst und haben immer alles getan, um einen Ausbruch bei uns zu verhindern", diktiert er entschlossen ins Telefon. Es liege jedenfalls keineswegs an einer Impfmüdigkeit oder gar Skepsis gegen die Immunisierung: "Von den zwölf Spielern ist einer genesen und zehn sind geimpft, davon fast alle vollständig", so Schwabl.

Lediglich einer der betroffenen Spieler sei ungeimpft gewesen und habe das Virus mutmaßlich in den Kreis der Mannschaft hineingetragen, so Schwabl. Dabei sei die Virenlast bei dem Betroffenen gerade mal so stark gewesen, dass die beiden vorgenommenen Tests nur ganz knapp positiv ausfielen. Die Auswirkungen seien teilweise heftig, wie aus dem Kreis der Mannschaft zu erfahren ist, hat es einige der Betroffenen hart erwischt, sie zeigten deutliche Krankheitssymptome.

Schwabl verhängt keine Impfpflicht, appelliert aber an das Verantwortungsbewusstsein der Angestellten

Präsident Schwabl betont, dass er weder seine Spieler, noch die Angestellten in Geschäftsstelle und Nachwuchsleistungszentrum, dazu zwinge, sich impfen zu lassen: "Ich setze auf das Verantwortungsbewusstsein der Leute und kann sagen, dass auch ohne Zwang die überwiegende Mehrheit geimpft ist."

Wegen der grassierenden Epidemie musste nicht nur die für das vergangene Wochenende angesetzte Regionalligapartie bei der SpVgg Bayreuth abgesagt werden, sondern auch jene, die diesen Freitag im heimischen Sportpark gegen den FC Schweinfurt 05 hätte stattfinden sollen. Da der Trainingsbetrieb derzeit völlig stillsteht und sich das wohl auch in den nächsten Tagen nicht ändert, geht auch beim Spiel in Aschaffenburg, das für Freitag, 1. Oktober angesetzt ist, die Tendenz derzeit ziemlich klar in Richtung Absage.

Nicht betroffen von der aktuellen Quarantäne ist Trainer Sandro Wagner: Der 33-Jährige weilte nach Bekanntwerden des Ausbruchs am Sonntagnachmittag als Fernsehexperte beim Bundesligaspiel Dortmund gegen Union Berlin im Signal Iduna Park, was für eine Kontaktperson von Infizierten bekanntlich verboten wäre. Doch Schwabl kann den Auftritt erklären: "Sandro war zu der Zeit, als die Infektionen auftraten, nicht im Sportpark, sondern bei seiner Fußballlehrerausbildung."

© SZ/sewi
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