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Meisterschaft im Radsport:Die Zeit drängt

Der BDR empfindet als entscheidendes Problem "die Kosten für die Veranstalterorte, die aufgrund der behördlichen Vorgaben entstehen, insbesondere durch die notwendigen Absperrmaßnahmen. Diese Bürokratie erschwert den Straßenradsport extrem", heißt es. Da können bei der Ausrichtung der deutschen Meisterschaft allein für die Sicherheitsauflagen schon Kosten in einem ordentlichen sechsstelligen Bereich zusammenkommen.

Von manchen Protagonisten der Szene kommt aber auch die Kritik, dass der BDR Ausrichterstädten nicht viel anbieten könne, zum Beispiel eine Live-Übertragung im TV, die Sponsoren anziehen würde. Stattdessen verlangt der Verband sogar Gebühren vom Veranstalter - als Minimum gelten 30 000 Euro. "Man wird allein gelassen", sagt Algis Oleknavicius, Organisator verschiedener Rennen, der in den vergangenen Jahren schon zweimal einen Ausrichterort besorgte: "Beim BDR müsste einiges geändert werden, und man müsste sich rechtzeitig nach Veranstaltern umsehen."

In Anbetracht der drängenden Zeit dürfte es einem Last-Minute-Interessenten zwar nicht schwerfallen, in den Gesprächen mit dem BDR diese Veranstalter-Gebühr herunterzuhandeln. Aber teuer würde es für ihn ob der Absperr- und Sicherheitsauflagen immer noch. Und dass "sich der BDR an diesen Kosten beteiligt, halte ich für ausgeschlossen", so die Verbandssprecherin.

Längst laufen in der Branche daher Überlegungen darüber, was passiert, sollte sich keine deutsche Gemeinde finden. Die wahrscheinlichste Lösung dürfte dann so aussehen, dass sich der BDR bei der nationalen Meisterschaft eines Nachbarlandes einkauft. Die Schweiz etwa wäre eine Möglichkeit, sie hat mit Fischingen im Thurgau sogar schon einen Austragungsort gefunden.

© SZ vom 08.05.2019/jbe
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