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Radsport-Präsident:Pat McQuaids Wiederwahl wird unwahrscheinlich

Pat McQuaid

Der Ire Pat McQuaid ist seit 2005 Chef der UCI. Jetzt strebt er eine dritte Amtszeit an.

(Foto: dpa)

Schweizer Verband Swiss Cycling zieht die Nominierung McQuaids für eine weitere Amtszeit als Boss des Radsport-Weltverbandes UCI zurück. Spaniens Mittelfeldchef Xabi Alonso verletzt sich im Training schwer. Flensburg gewinnt gegen den THW Kiel den Handball-Supercup.

Radsport, UCI: Die Wiederwahl des umstrittenen UCI-Präsidenten Pat McQuaid ist mehr denn je in Gefahr. Der Schweizer Verband Swiss Cycling nominiert den Iren nun doch nicht für eine weitere Amtszeit als Boss des Radsport-Weltverbandes (UCI). Als Erklärung für die Kehrtwende nannte der Verband am Mittwoch "rechtliche Gründe". Mitte Mai hatte der Verbandsvorstand noch zugestimmt, den amtierenden UCI-Präsidenten als Kandidaten vorzuschlagen. Am 27. September entscheidet der UCI-Kongress in Florenz, ob McQuaid in seine dritte Amtszeit gehen darf oder ob er von seinem britischen Herausforderer Brian Cookson abgelöst wird. McQuaid bat die Schweizer und deren Präsidenten Richard Chassot um Hilfe im Wahlkampf, nachdem ihm sein Heimatverband Cycling Ireland wegen angeblicher Verstrickungen in die Doping-Affäre Armstrong die Gefolgschaft verweigert hatte.

Es scheint rechtlich nach wie vor nicht eindeutig klar, ob die Mitgliedschaft des Iren beim Schweizer Verband für eine Kandidatur reicht. Ein Kandidat kann eigentlich nur dann gewählt werden, wenn sein Heimatverband ihn vorschlägt. Eine fragwürdige Statutenänderung könnte McQuaids neue Möglichkeiten eröffnen. Der Verband von Malaysia brachte den Vorschlag ein, dass unabhängig von den Interessen des jeweiligen Heimatlandes zwei Verbände für die Nominierung eines Kandidaten ausreichen. Marokko und Thailand würden McQuaid gegen Cookson unterstützen. Für die Statutenänderung benötigt der UCI-Boss allerdings eine Zweidrittel-Mehrheit.

Real Madrid, Xabi Alonso: Der spanische Welt- und Europameister Xabi Alonso von Real Madrid fällt erneut lange aus. Der defensive Mittelfeldspieler hat sich nach Vereinsangaben am Mittwoch im Training den Mittelfuß gebrochen, ihm drohen mehrere Monate Pause. Wegen einer Operation nach anhaltenden Leistenproblemen hatte der 31-Jährige bereits den Confed Cup in Brasilien verpasst. Durch die erneute Verletzung ist die Real-Doppelsechs mit dem deutschen Nationalspieler Sami Khedira vorerst gesprengt. Trainer Carlo Ancelotti hat allerdings eine hochwertige Alternative: Für 30 Millionen Euro hatten die Königlichen den U21-Nationalspieler Asier Illaramendi von Real Sociedad San Sebastian verpflichtet. Auch Luka Modric könnte auf dieser Position spielen, der Kroate wäre aber eine offensivere Variante.

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Handball-Supercup: Die SG Flensburg-Handewitt hat zum Auftakt der Handball-Saison den deutschen Supercup gewonnen und damit für die am kommenden Wochenende beginnende Meisterschaft ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Der Vizemeister setzte sich in Bremen gegen Rekordmeister THW Kiel 29:26 (15:12) durch und beendete damit gleichzeitig die beeindruckende Serie des THW: Die letzten sechs Titel auf nationaler Ebene hatte Kiel alle gewonnen. "Natürlich sind wir zufrieden", sagte SG-Coach Ljubomir Vranjes: "Titel zu gewinnen, ist immer sehr schwer. Es gibt viele Mannschaften, die das wollen, und wir sind eine von ihnen. Aber es wird eine lange Saison, und das war erst das erste Spiel."

Überragender Akteur der Flensburger vor 7339 Zuschauern in Bremen war Torhüter Mattias Andersson. Auf dem Feld zeigte sich Rechtsaußen Bogdan Radivojevic mit fünf Toren am treffsichersten. Bei den neu formierten Kielern traf Marko Vujin am besten (7). Die Flensburger konnten sich auf dem Weg zu ihrem zweiten Supercup-Titel nach 2000 in einer lange ausgeglichenen Partie erst zum Ende der ersten Halbzeit erstmals auf drei Tore absetzen. In der zweiten Halbzeit ließ sich der Titelverteidiger aus Kiel selbst in zwischenzeitlich vierfacher Unterzahl lange nicht abschütteln. Erst in den letzten fünf Minuten zog Flensburg von 26:24 zum Endstand davon.

Tennis, New Haven: Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki ist beim WTA-Turnier in New Haven im Achtelfinale ausgeschieden. Die Tennisspielerin aus Berlin unterlag am Dienstag (Ortszeit) Anastasia Pawljutschenkowa aus Russland in zwei Sätzen 5:7, 3:6. Die 23-Jährige verpasste damit bei der mit 690 000 Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung im US-Bundesstaat Connecticut eine erfolgreiche Vorbereitung auf die US Open. In das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres startet Lisicki in der kommenden Woche als Nummer 17 der Setzliste.

Auch Angelique Kerber ist bereits in der 2. Runde gescheitert. Die an Nummer zwei gesetzte Kielerin unterlag der Russin Jelena Wesnina 2:6, 4:6 und verpasste nach einem Freilos in Runde 1 ebenfalls eine gelungene Generalprobe für die US Open. Annika Beck (Bonn) unterlag in ihrem Erstrundenmatch der an Nummer drei gesetzten Tschechin Petra Kvitova trotz Satzführung 6:4, 3:6, 3:6.

Fußball, Türkei: Das drohende Aus in der WM-Qualifikation hat dem türkischen Nationaltrainer Abdullah Avci seinen Job gekostet. Der türkische Fußballverband TFF gab am Dienstagabend die Trennung von dem 50-Jährigen bekannt, der im November 2011 als Nachfolger von Guus Hiddink einen Vertrag bis 2015 unterschrieben hatte. Die Trennung sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt, betonte der TFF und bedankte sich für die geleistete Arbeit. In der WM-Qualifikationsgruppe D liegt die Türkei mit nur sieben Punkten aus sechs Spielen auf Rang vier. Tabellenführer Niederlande (18) ist der Gruppensieg kaum noch zu nehmen, auch Ungarn (11) und Rumänien (10) liegen noch vor der Türkei. Spekulationen über eine mögliche Rückkehr von Fatih Terim wollte Verbandspräsident Yildirim Demirören am Dienstag nicht kommentieren.