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Premier League:Mourinho muss gehen

Zum zweiten Mal in Chelsea entlassen: Trainer José Mourinho.

(Foto: Rui Vieira/AP)

Nun also doch: Englands Fußball-Meister Chelsea entlässt seinen Trainer. Wochenlang hatte sich der Portugiese Mourinho mit Tiraden gegen dieses drohende Aus gestemmt. Zuletzt suchte er die Schuld bei seinen Spielern, das war zu viel.

Der Portugiese José Mourinho ist nicht mehr Trainer des Premier-League-Clubs FC Chelsea. Der kriselnde englische Fußballmeister hat sich am Donnerstag - offiziell im "gegenseitigen Einvernehmen" - von seinem Trainer getrennt. Dies teilte der Klub auf seiner Internetseite mit. "José verlässt uns und wird immer eine beliebte, respektierte und bedeutende Persönlichkeit des Klubs bleiben", heißt es in einer Mitteilung. Grund für die Trennung ist die erstaunliche Talfahrt in der Premier League. Der Titelverteidiger steht nach 16 Spieltagen lediglich auf Tabellenplatz 16, nur zwei Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz. "José und die Geschäftsführung haben beschlossen, dass die Ergebnisse in dieser Saison nicht gut genug waren. Wir glauben deshalb, dass es für beide Seiten das Beste ist, getrennte Wege zu gehen", schrieb der Verein in seinem Kommuniqué am Donnerstagnachmittag.

Mourinho startete seine zweite Trainer-Tätigkeit beim FC Chelsea im Sommer 2013. In der ersten Spielzeit wurde er Dritter, im vergangenen Jahr holte er dann die Meisterschaft an die Stamford Bridge. Bis auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League gelang dem streitbaren Fußball-Lehrer und seinem Team in dieser Runde in der Liga oder im Ligapokal nur wenig. Die 1:2-Pleite beim Überraschungsteam Leicester City am vergangenen Montag war somit die letzte Partie von Chelsea unter der Leitung von Mourinho.

Für den Portugiesen ist es bereits die zweite Trennung vom FC Chelsea. 2007 wurde der mittlerweile 52-Jährige nach dreijähriger Tätigkeit von Chelsea-Boss Roman Abramowitsch beurlaubt. Dennoch ist Mourinho mit insgesamt drei Meistertiteln und einem Pokalsieg der erfolgreichste Trainer in der 110-jährigen Vereinsgeschichte. Als Nachfolger für den Portugiesen sind laut Insidern der niederländische Coach Guus Hiddink und der Spanier Juande Ramos im Gespräch. Laut der spanischen Zeitung AS bestätigte Ramos-Berater Ginés Carvajal, dass sich der Spanier bereits auf dem Weg in die englische Hauptstadt befinde. Auch der beim FC Bayern gehandelte Italiener Carlo Ancelotti soll laut seines Managements ein Angebot vorliegen haben, allerdings will er es offenbar nicht annehmen.

Wie einvernehmlich die Trennung wirklich war, muss offen bleiben, denn zuletzt hatte Mourinho nicht den Eindruck gemacht, als wolle er freiwillig gehen. "Ich will unbedingt hier bleiben", hatte der Portugiese noch am Montag nach der neuerlichen Liga-Pleite in Leicester City gesagt und sich dann mit fast flehenden Worten an seine Vorgesetzten gewandt: "Ich hoffe, dass der Vorstand und Mister Abramowitsch auch wollen, dass ich bleibe."

Sie wollten es nicht, und der Klub lässt sich die Trennung vom prominenten Coach wohl eine exorbitante Summe kosten. Englische Medien spekulieren, dass Mourinho mehr als 40 Millionen Pfund (etwa 55 Millionen Euro) kassieren könnte. Erst im Sommer hatte der 52-Jährige einen neuen, millionenschweren Vertrag bis 2019 unterschrieben.