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Paris:Lösungen ohne Neymar

"Wenn wir Neymar verlieren, werde ich vielleicht nicht schlafen": Der Brasilianer fehlt beim Auftaktsieg des Meisters Paris St. Germain, Trainer Tuchel bereitet sich auf den Abschied seines wechselwilligen Spielers vor, den es nach Spanien ziehen soll.

Trainer Thomas Tuchel vom französischen Meister Paris St. Germain hat nach den Beleidigungen gegen Neymar einen respektvolleren Umgang mit dem Stürmer angemahnt. "Er ist weiterhin hier bei uns, und daher werde ich ihn beschützen. Ich kann verstehen, dass nicht jedem gefällt, was er gesagt und getan hat. Aber wir müssen einen fairen Weg finden, unsere Emotionen auszudrücken", sagte Tuchel nach dem erfolgreichen Liga-Auftakt (3:0) gegen Olympique Nimes. Ob er Verständnis für die Unmutsbekundungen habe? "Ja und nein. So laufen Dinge im Leben. Die Emotionen in dieser Angelegenheit sind sehr aufgeladen, und wir müssen damit umgehen", sagte Tuchel.

Die Zuschauer hatten den wechselwilligen Neymar während des Spiels auf Plakaten und mit Gesängen beleidigt. Der 27-Jährige, der kein Geheimnis aus seinen Wechselabsichten macht, hatte nicht im Aufgebot gestanden. Und PSG-Sportdirektor Leonardo hatte vor dem Anpfiff die Spekulationen über eine Rückkehr des Brasilianers zum FC Barcelona oder einen Wechsel zu Real Madrid neu angeheizt. Leonardo sprach von "Diskussionen", die "weiter fortgeschritten" seien als vorher.

Nachdem zuletzt ein Wechsel nach Madrid wahrscheinlicher geworden war, brachte das spanische Blatt Sport am Montag wieder Barcelona ins Spiel. Barça soll PSG bereits mehrere Angebote gemacht haben, die aber abgelehnt worden seien. PSG wolle für Neymar 100 Millionen Euro sowie Coutinho (für dessen Ausleihe sich spanischen Medien zufolge auch der FC Bayern interessieren soll), Nelson Semedo und einen weiteren Spieler haben. Dem wolle Barça nicht zustimmen. PSG sei überzeugt, aus Madrid das bessere Angebot bekommen zu haben, so dass nur noch Neymar selbst einen Vertragsabschluss mit den Königlichen verhindern könne, hieß es. Real soll 120 Millionen Euro geboten und zusätzlich einen Transfer von Luka Modric in Aussicht gestellt haben.

"Wenn wir Neymar verlieren, werde ich vielleicht nicht schlafen", sagte Tuchel in einem Interview des TV-Senders Canal+ vor dem Spiel. Der Brasilianer sei ein "superentscheidender Spieler". Er liebe es, mit Neymar zu spielen, zitierte die Plattform RMC Sport Tuchel. Aber er müsse auch nach Lösungen ohne Neymar suchen.

Für den erfolgreichen Auftakt gegen Nimes sorgten andere: Edinson Cavani (24., Handelfmeter), Kylian Mbappé (61.) und Angel Di Maria (69.) trafen.

© SZ vom 13.08.2019 / sid, dpa

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