Paralympics:"Klar und mutig"

Das Internationale Paralympische Komitee IPC schließt Russland von den Spielen im September komplett aus. Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes reagiert zustimmend.

Die russischen Behindertensportler sind wegen massiver Doping-Verstöße von den Paralympischen Spielen in Rio (7. bis 18. September) ausgeschlossen worden. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Sonntag in Rio bekannt. 278 russische Athleten hatten sich für die Spiele am Zuckerhut qualifiziert. "Das russische Anti-Doping-System ist gebrochen und korrupt. Es entspricht nicht dem Welt-Anti-Doping-Code und nicht dem Anti-Doping-Code des Internationalen Paralympischen Komitees", sagte IPC-Präsident Philip Craven: "Es werden keine russischen Athleten bei den Paralympics in Rio starten." Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), reagierte zustimmend: "Das ist eine klare, unmissverständliche, aber auch mutige Entscheidung. Sie findet die ausdrückliche Zustimmung des DBS. Null-Toleranz-Politik lässt keine Ausflüchte zu. Flächendeckendes Doping erlaubt keine Unschuldsvermutung."

Der kanadische Jurist McLaren hatte für die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Beweise für Staats-Doping in Russland zusammengetragen. Auf dieser Grundlage empfahl die Wada, die russische Mannschaft komplett von den Olympischen Spielen auszuschließen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) folgte dem nicht; nur Leichtathleten und Gewichtheber sind komplett von den Spielen ausgeschlossen. IPC-Verbandspräsident Philip Craven hatte Zweifel geäußert, dass Russlands Paralympics Komitee (NPC) die Anforderungen im Anti-Doping-Kampf erfülle und eine harte Linie angekündigt.

Am 22. Juli hatte das IPC das Suspendierungsverfahren gegen das russische NPC eingeleitet. Es hatte von McLaren die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen. Zudem hat der Dachverband 19 Dopingproben von den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi zur Nachkontrolle geschickt, die im Verdacht stehen, ausgetauscht worden zu sein. "Der Report hat einen unvorstellbaren Umfang an institutionellem Doping im russischen Sport aufgedeckt, das auf dem höchsten Level gesteuert wurde", stellte IPC-Chef Craven fest.

© SZ vom 08.08.2016 / dpa
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