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Reaktionen zur Olympia-Verlegung:"Diese Spiele wären die Hölle für uns gewesen"

Rio 2016 - Kanu

Ronald Rauhe begrüßt die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021.

(Foto: dpa)

Die Sportwelt begrüßt die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio - doch auch Trauer und Enttäuschung sind zu spüren.

Alfons Hörmann (Präsident Deutscher Olympischer Sportbund): "Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft."

Jonathan Koch (Athletensprecher DOSB): "Es ist schön, dass die Verantwortlichen beim IOC ein Einsehen haben und sich nun auch solidarisch mit der Weltgemeinschaft zeigen. So traurig die Verschiebung für jedes Sportlerherz auch sein mag, ist es doch zu begrüßen, dass der Zwiespalt von Trainingsanforderungen und einem gesamtgesellschaftlich solidarischen Verhalten durch die Entscheidung aufgelöst wird."

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Julius Thole/Clemens Wickler (Beachvolleyball-Vizeweltmeister): "So enttäuschend und hart das auch für jeden Athleten ist, es ist eine alternativlose Entscheidung und genau richtig. Gesundheit geht immer vor. Nun haben alle Athleten Gewissheit und können sich zielgerichtet auf die Spiele 2021 in Tokio vorbereiten."

Bob Hanning (Vizepräsident Deutscher Handballbund): "Es ist die einzig richtige und nachvollziehbare Entscheidung. Wenn es dann 2021 zur Austragung kommt, können wir wieder tolle und großartige Spiele erleben. Jetzt haben wir auch wieder ein Ziel, auf das sich alle Teilnehmer fokussieren und vorbereiten können. Das ist eine gute Nachricht für den Sport und eine gute Nachricht für die Welt."

Ronald Rauhe (Olympiasieger im Kanu): "Das war gesellschaftlich unumgänglich. Diese Spiele wären die Hölle für uns gewesen. Wir waren in einem ständigen Dilemma: Auf der einen Seite wollten wir trainieren, auf der anderen unserer Vorbildfunktion in der Gesellschaft gerecht werden und Kontakte meiden. Andererseits: Ich wollte nach den Spielen meine Karriere beenden. Jetzt muss ich das erstmal sacken lassen und mit meiner Frau Gespräche führen. Das dauert jetzt vielleicht ein paar Wochen."

Niklas Kaul (Zehnkampf-Weltmeister): "Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio ist richtig für alle Sportler. Ich hoffe, dass wir alle 2021 die Spiele bekommen, die wir uns erträumen. Jetzt ist Zeit, an den Schwächen zu arbeiten - was mir natürlich nicht schmeckt."

Elisabeth Seitz (WM-Dritte im Turnen): "Einerseits bin ich erleichtert, andererseits aber auch traurig. Aber da wir sowieso nicht mehr trainieren konnten, sehe ich die Verschiebung als einzig richtige Entscheidung. Die Qualifikationen hätten ohnehin nicht stattfinden können - die Gesundheit geht jetzt vor. Olympia dieses Jahr auszutragen, wäre echt zu gefährlich geworden."

Robert Harting (Diskus-Olympiasieger): "Alles andere als sich der Weltgesundheit zu stellen und den Austragungszeitraum respektvoll anzupassen, würde das IOC zum Straftäter machen. Denn die Vereinten Nationen haben Gesundheit zu einem Menschenrecht erklärt. Dass ein Virus zur Olympia-Verschiebung führt, ist Wahnsinn. Es wird auch extreme Verschiebungen in der Wirtschaft geben, auch für die Athleten. Das wird auch zu Verschiebungen der Leistungsfähigkeit führen."

Cindy Roleder (Vize-Weltmeisterin von 2015 im Hürdensprint): "Es ist die einzig richtige Entscheidung, die man treffen konnte. Gesundheit ist das A und O. Wir sind gerade in einer sehr schwierigen Situation, nicht nur wir Sportler, sondern alle Menschen. Deshalb wird der Sport jetzt erstmal hinten angestellt. Das Wichtigste ist jetzt, diese Pandemie in den Griff zu bekommen. Dann kann man über weitere Maßnahmen, was den Sport angeht, sprechen."

Marcel Nguyen (zweimaliger Olympia-Zweiter im Turnen): "Es gab keine Alternative. Hoffentlich feiern wir alle 2021 ein großes Festival in Tokio - und dieser Unsinn für das Training im Garten ist jetzt zu Ende."

Martin Kaymer (Golfer): "In der jetzigen Situation ist es die absolut richtige Entscheidung. Wenn man das Große und Ganze betrachtet, was in der Welt zur Zeit los ist, sollte man sich auf andere Dinge konzentrieren, als das größte Sport-Event der Welt auszurichten."

Philipp Buhl (Laser-Weltmeister): "Die Verschiebung auf 2021 ist meine Wunschlösung. Sie bedeutet mehr Zeit, kein Chaos. Weltweit können erst Ruhe und Ordnung einkehren. Dann können wir nächstes Jahr wieder neu aufbauen und vorbereiten."

© SZ.de/dpa/sid/ebc
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