Olympia Behörden wollen Reisepässe von US-Schwimmern einkassieren

Ryan Lochte fiel nicht nur mit seiner Haarfarbe auf, auch ein angeblicher Überfall mit Waffen sorgte für Aufregung.

(Foto: REUTERS)

Die Aussagen der angeblich ausgeraubten Ryan Lochte und James Feigen werfen Zweifel auf. China feiert die nächste Goldmedaille im Tischtennis.

Raubüberfall: Überraschende Kehrtwende im Fall der während der Olympischen Spiele angeblich ausgeraubten US-Schwimmer: Wegen Zweifeln an den Aussagen von Ryan Lochte und James Feigen zum vermeintlichen bewaffneten Überfall am vergangenen Sonntag hat eine Justizbehörde in Rio de Janeiro veranlasst, die Reisepässe des Duos einzukassieren. Lochte, der in Rio de Janeiro Gold mit der 4x200-m-Freistilstaffel geholt hatte, ist laut seines Managements bereits wieder in seiner Heimat. Die Bundespolizei Brasiliens bestätigte, dass der 32-Jährige bereits am Montag Richtung USA geflogen sei. Über den Aufenthaltsort Feigens, der nicht mehr im Athletendorf wohnt, gab die US-Delegation in Rio "aus Sicherheitsgründen" keine Auskunft.

Vor allem ein am Dienstag von der britischen Tageszeitung Daily Mail veröffentlichtes Video widerspricht den Aussagen der angeblich überfallenen Schwimmer. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen Lochte, Feigen sowie Gunnar Bentz und Jack Conger bei der Ankunft gegen sieben Uhr morgens im Olympischen Dorf, als sie ruhig und geordnet Wertsachen beim Security-Check auf das Band des Röntgengerätes legen.

Das Wichtigste zu Olympia 2016 in Rio

Bei der ersten Polizeivernehmung hatten die Schwimmer erklärt, schon gegen vier Uhr eine Party im Stadtteil Leblon verlassen zu haben und auf der Taxifahrt von bewaffneten Dieben, die sich als Polizisten ausgegeben hätten, mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt worden zu sein. Die Behörden wollen nun vor allem Lochte und Feigen, die sich schon bei der Polizeibefragung in Widersprüche verwickelt hatten und angaben, dass sie wegen Alkoholkonsums sich nicht an Details erinnern könnten, noch einmal hören. Falls sich deren Version als erfunden herausstellen sollte, droht eine Anklage wegen Vortäuschung einer Straftat.

Tischtennis: Chinas Tischtennis-Herren haben sich zum dritten Mal in Serie zum Olympiasieger im Teamwettbewerb gekrönt. Einzel-Olympiasieger Ma Long, Zhang Jike und Xu Xin besiegten am Mittwochabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro im Endspiel trotz großer Gegenwehr Japan mit 3:1. Die an Position vier gesetzten Japaner schafften es immerhin, dem großen Favoriten ein Spiel und vier Sätze abzunehmen. Zuvor hatte Chinas Herren-Team bei Olympia 2016 noch überhaupt kein Spiel und insgesamt erst sechs Sätze verloren.China hatte auch 2008 in Peking und 2012 in London schon die Gold-Medaille im Teamwettbewerb gewonnen. Japan hatte in Rio im Halbfinale Deutschland mit 3:1 bezwungen und war damit ins Endspiel eingezogen. Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger hatten im Mittwoch zuvor im Spiel um Platz drei Südkorea mit 3:1 besiegt und sich damit ihre dritte Olympia-Medaille im Team in Serie gesichert.

300 Meter Hindernis: Ezekiel Kemboi, der Bronzemedaillen-Gewinner über 3000 Meter Hindernis, ist am Mittwochabend in Rio de Janeiro disqualifiziert worden. Der Kenianer habe die Bahn regelwidrig verlassen, teilte der Leichtathletik-Weltverband IAAF mit. Der französische Verband hatte nach dem Lauf Protest eingelegt. Auf den dritten Platz rückte nun der Franzose Mahiedien Mekhissi vor. Kemboi war nach 8:08,47 Minuten ins Ziel gekommen. Der 34-jährige Kenianer hatte zuvor vier WM-Titel und die Goldmedaillen 2004 in Athen und 2012 in London gewonnen.Conseslus Kipruto hatte das neunte Olympia-Gold für Kenia nacheinander im Hindernis-Rennen gewonnen. Der 21-Jährige winkte schon in der letzten Kurve fröhlich ins Publikum und gewann überlegen in 8:03,28 Minuten. So schnell war zuvor noch nie ein Läufer auf dieser Distanz bei Sommerspielen. Silber ging überraschend an den Amerikaner Evan Jager, der nach 8:04:28 Minuten ins Ziel kam. Ein deutscher Teilnehmer war nicht am Start.

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Skelette in blauem Wasser

In einer zehnstündigen Mammut-Aktion wechseln die Olympia-Organisatoren das Schmutzwasser für die Synchronschwimmerinnen. Dort setzen zwei Griechinnen modische Maßstäbe.

Wasserspringen: Wassersprung-"Küken" Elena Wassen hat bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro das Halbfinale vom Turm erreicht. Die erst 15 Jahre alte Berlinerin sprang im Vorkampf auf Platz 16 (291,90 Punkte). Synchron-Europameisterin Kurjo (26) schied dagegen als 21. (287,00 Punkte) aus. Das Halbfinale und der Endkampf finden am Donnerstag statt.Die Turm-Männer kämpfen zum Abschluss der Wettkämpfe in der Freiluftanlage im Maria Lenk Aquatics Center ab Freitag um Medaillen. Der frühere WM-Dritte Sascha Klein (Dresden) und Ex-Europameister Martin Wolfram (Dresden) gehen mit Außenseiterchancen in den Wettkampf.Bislang kommt das Wassersprungteam durch Bronze für den Berliner Patrick Hausding vom 3-m-Brett auf eine Medaille. Es ist auch das bislang einzige Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV).

Turnen: Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen kann sich die "etwa fünf Riesen" für sein Gold-Reck von Rio de Janeiro sparen - er bekommt es geschenkt und frei Haus geliefert. "Wir werden ihm das goldene Reck in Anerkennung seiner wunderbaren Karriere und seiner großartigen Leistung schenken", sagte Jeanette Grau, Vertriebsleiterin des deutschen Turngeräte-Herstellers Spieth Gymnastics. Dies sei von der Geschäftsführung veranlasst worden. Auch der Transport nach Deutschland sei kein Problem: "Wir werden natürlich auch dafür sorgen, dass es per Flugzeug sicher aus Rio zurückkommt und auch zu ihm in die Trainingshalle nach Wetzlar", sagte Grau. Hambüchen war von Kosten in Höhe von "etwa fünf Riesen" ausgegangen, also 5000 Euro. "Dafür bekommt man zwei Recks", kommentierte Grau.

Hambüchen selbst war nach seinem Olympiasieg die Idee gekommen, sich das ganz besondere Souvenir zu sichern. "Ich bin mit meinem kanadischen Kumpel noch mal in die Halle gegangen, um das Reck zu fotografieren. Da kam mir der Gedanke: 'Hey Alter, das Ding musst Du kaufen!'", sagte er der ARD und wiederholte es später im Deutschen Haus: "Es wäre ja blöd, wenn ich das Ding hier stehen lasse. Ich werde mein Autogramm drauf setzen, dann ist das ein Unikat."

Basketball: Spaniens Mannschaft um NBA-Spieler Pau Gasol steht zum dritten Mal nacheinander im Halbfinale. Wie vor vier Jahren in London schaltete der Europameister in der Runde der letzten Acht Frankreich aus, in Rio setzten sich die Spanier unerwartet klar mit 92:67 (43:30) durch. Für Spanien, das nun voraussichtlich auf Goldfavorit USA trifft, kam Nikola Mirotic auf 23 Punkte. Der 25-Jährige von den Chicago Bulls traf fünf seiner acht Würfe von jenseits der Dreierlinie. Auf der Gegenseite verbuchte der angeschlagene Regisseur Tony Parker 14 Punkte. Die Spanier hatten 2008 in Peking und 2012 in London das Finale gegen die USA verloren. Diesmal kommt es vorzeitig zum Duell, sollten die Amerikaner im Viertelfinale Argentinien besiegen.

Fußball: Neymar hat Brasiliens Fußballer mit einem Rekord ins Finale der Olympischen Spiele geführt. Der Stürmer des FC Barcelona erzielte beim souveränen 6:0 gegen Honduras vor 70 000 Zuschauern im Maracana bereits nach 14 Sekunden das 1:0 und erzielte damit das schnellste Tor der Olympia-Geschichte. Neben Neymar, der in der Nachspielzeit auch den Schlusspunkt mit einem Foulelfmeter setzte, trafen Gabriel Jesus (26./35.), Marquinhos (51.) und Luan (79.) für den Topfavoriten, der auch im fünften Turnierspiel ohne Gegentor blieb. Rekordweltmeister Brasilien steht zum vierten Mal nach 1984, 1988 und 2012 in einem Olympia-Finale, hat aber noch nie Gold gewonnen. Gegner im Finale am Samstag im Stadion Maracana ist Deutschland oder Nigeria.