bedeckt München 15°
vgwortpixel

Olympia:DEB-Team erreicht das Viertelfinale

Pyeongchang 2018 - Eishockey

Das DEB-Team gewinnt 2:1 gegen die Schweiz.

(Foto: dpa)

Eishockey: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat erstmals seit 16 Jahren das Viertelfinale bei den Olympischen Spielen erreicht. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm setzte sich im Play-off gegen den Erzrivalen Schweiz mit 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Verlängerung durch und trifft am Mittwoch (13.10 Uhr MEZ) in der Runde der letzten Acht in Pyeongchang auf den Weltmeister Schweden.

Der Nürnberger Leonhard Pföderl (2.) und Yannic Seidenberg nach 26 Sekunden in der Verlängerung erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Für die Schweizer, die zuletzt vor 66 Jahren bei Olympia gegen eine deutsche Mannschaft gewannen, traf Simon Moser (24.).

Doping: Das momentan suspendierte Nationale Olympische Komitee Russlands ROC hat eine positive B-Probe des Curlers Alexander Kruschelnizki auf das verbotene Herzmedikament Meldonium bestätigt. Das erklärte das ROC am Dienstag. "Wir bedauern den Vorfall sehr", hieß es in der Stellungnahme. Das ROC äußerte, dass die Meldonium-Konzentration bei dem Bronzemedaillen-Gewinner von Pyeongchang "absolut bedeutungslos für jedweden Effekt auf den menschlichen Körper" gewesen sei und dass vorangehende Tests bei Kruschelnizki negativ ausgefallen seien. Daraus schloss das ROC, dass die Einnahme "unwissentlich und nicht systematisch" erfolgt sei. Man habe keine Erklärung dafür, wie die Substanz in den Körper des Athleten gelangt sein könnte, schrieb das Komitee und kündigte eine "umfassende Untersuchung der Umstände des Vorfalls" an. Der russische Sportminister Pawel Kolobkow wies die Dopingvorwürfe zurück. "Das ist zweifellos ein Fehler", sagte er der Agentur Interfax zufolge am Dienstag. Man müsse nun herausfinden, wer die Schuld dafür trage. Kruschelnizki habe sicherlich nicht absichtlich die illegale Substanz Meldonium eingenommen. "Das alles macht einfach keinen Sinn: Curling ist kein Sport, bei dem gewissenlose Athleten zu Doping greifen", sagte Kolobkow.

Die französische Nachrichtenagentur AFP hatte zuvor unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, die am Verfahren gegen Kruschelnizki beteiligt ist, gemeldet, dass der Curler an zwei Tagen in Folge positiv auf Meldonium getestet worden ist. Offiziell durch den CAS bestätigt war der Fall am Dienstag zum Zeitpunkt der ROC-Veröffentlichung noch immer nicht. Der CAS hatte am Montag lediglich bekannt gegeben, gegen den Russen zu ermitteln. Offenbar hat es noch immer keine in Dopingverfahren vorgeschriebene Anhörung des unter Verdacht stehenden Sportlers gegeben. Der russische Curling-Verbandschef Dimitri Swischtschew wurde in einheimischen Medien zitiert, dass er am Donnerstag zu einer Verhandlung nach Seoul reisen werde.

Am Samstag trifft sich das Exekutiv-Komitee des Internationalen Olympischen Komitees, um über eine mögliche Aufhebung der Suspendierung des russischen NOK noch vor der Schlussfeier am Sonntag zu beraten. Eine Antwort auf die Frage, ob der Fall Kruschelnizki in diesem Zusammenhang ein Ausschlusskriterium darstellen könnte, ist das IOC bislang schuldig geblieben. Eine IOC-Kommission unter Leitung des Exekutivmitglieds Nicole Hoevertsz beobachtet die "Olympischen Athleten aus Russland" in Pyeongchang und soll der Exekutive eine Handlungsempfehlung geben.

Bob: Mariama Jamanka liegt im olympischen Frauen-Bobrennen mit Lisa-Marie Buckwitz nach dem ersten von vier Läufen auf Rang zwei. Auf die führende Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA hatte Jamanka am Dienstag im Olympic Sliding Centre nur 0,02 Sekunden Rückstand. Auf Rang drei folgte zunächst US-Pilotin Jamie Greubel Poser. Stephanie Schneider aus Oberbärenburg, die mit Anschieberin Annika Drazek nicht auf die gewohnt starke Startzeit kam, hat mit nur vier Hundertstelsekunden Rückstand auf Bronze noch gute Medaillenchancen. Die Kanadierin Kaillie Humphries, die einen olympischen Hattrick anpeilt, kam nur auf Rang fünf.

Shorttrack: Die Shorttrackerinnen von Gastgeber und Rekord-Olympiasieger Südkorea haben bei den Winterspielen in Pyeongchang in der 3000-m-Staffel triumphiert. Das Quartett um 1500-m-Olympiasiegerin Choi Minjeong gewann das Finale vor Italien und holte zum sechsten Mal seit der Premiere des Wettbewerbs 1988 die Goldmedaille.Bronze ging an die Niederlande, Sieger des B-Finales, da China und Kanada nach einer Videoanalyse disqualifiziert wurden. Südkorea, das mit Choi Minjeong, Kim Alang, Kim Yejin und Shim Sukhee antrat, hatte zuvor 1994, 1998, 2002, 2006 und 2014 in Sotschi triumphiert.

Eistanz: Die Team-Olympiasieger Tessa Virtue und Scott Moir haben bei den Winterspielen von Pyeongchang ihre zweite Goldmedaille gewonnen. Acht Tage nach ihrem Erfolg im Teamwettbewerb mit Kanada siegten die Weltmeister auch in der Eistanz-Konkurrenz. Nach bislang noch nie erreichten 83,67 Punkten im Kurztanz am Montag sowie 122,40 Zählern im Kürfinale verwiesen Virtue/Moir mit insgesamt 206,70 Punkten die französischen Europameister Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron (205,28) auf Platz zwei. Bronze ging an die US-Geschwister Maia Shibutani und Alex Shibutani (192,59).Die deutschen Meister Kavita Lorenz und Joti Polizoakis aus Oberstdorf erreichten mit 150,49 Punkten (59,99+90,50) den 16 Rang. Für Virtue/Moir war es nach Eistanz-Gold in Vancouver 2010 und Silber im Eistanz sowie in der Teamkonkurrenz in Sotschi 2014 bereits die fünfte olympische Medaille.

Ski-Freestyle: Sabrina Cakmakli hat den Halfpipe-Wettbewerb mit dem achten Platz abgeschlossen. Der einzigen deutschen Teilnehmerin gelang am Dienstag als beste Leistung ein Lauf mit einer Wertung von 74,20 Zählern. Bei der Olympia-Premiere vor vier Jahren in Sotschi war die Athletin aus Garmisch-Partenkirchen in der Qualifikation gescheitert, nachdem sie erst einige Monate zuvor vom Slopestyle zur Halfpipe umgestiegen war. Olympia-Gold gewann die Kanadierin Cassie Sharpe mit 95,80 Punkten. Silber sicherte sich die Französin Marie Martinod (92,60) vor Brita Sigourney aus den USA (91,60). Maddie Bowman, amerikanische Olympiasiegerin von 2014, stürzte in allen drei Finalläufen und wurde nur Elfte. Bei den Herren startet kein deutscher Ski-Freestyler.

© SZ.de/dpa/sid/mjk/chge
Zur SZ-Startseite