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Nico Rosberg in der Formel 1:Alles andere als zufällig

Rosbergs neuer Kontrakt soll dabei ein wichtiger Baustein sein. Das Vertragswerk umfasst mehrere Dutzend Seiten. Was auf diesen zur Laufzeit vermerkt ist, wird offiziell nicht verraten. Die Rede ist von "mehreren Jahren", was Branchenkenner mit "wohl bis inklusive 2017" übersetzen. Für Wolff, der das Team orchestriert, geht es um "Kontinuität und Nachhaltigkeit - das ist Teil unserer Performance". Rosberg ist für ihn einer "von einer Handvoll Top-Fahrern", hinter denen die Handvoll Top-Teams her sind, die es noch gibt. Ihn längerfristig zu binden, sei deshalb "genau das, was das Team braucht".

Geredet haben die beiden Parteien über den Schritt schon länger. Vor dem Heimspiel in Hockenheim wurde er nun symbolträchtig vollzogen, woran sich zweierlei erkennen lässt: Das Team ist sich inzwischen offenbar bewusst, wie wichtig derlei Symbolpolitik ist; Siege alleine sind schön, sie im richtigen Moment mit schönen Schlagzeilen zu flankieren, steigert ihren Wert aber noch. Und: Rosberg ist in den vergangenen vier Monaten offenbar von einer festen Formel-1-Größe zu einer fürwahr außergewöhnlichen gereift.

Als die Saison Mitte März in Melbourne begann, mutmaßten viele Beobachter noch, der in Monaco aufgewachsene Sohn von Keke Rosberg, des Weltmeisters von 1982, werde im Vergleich mit Lewis Hamilton, dem Weltmeister des Jahres 2008, vermutlich seinen Meister finden. Rosberg junior galt als Talent, das schon. Ob er aber wirklich die Härte haben würde, um in einem Titelkampf mit einem Schwergewicht zu bestehen - daran zweifelten viele. Inzwischen zweifeln daran nur noch wenige.

Nico Rosberg, 29, hat Lewis Hamilton, 29, in der Qualifikation, bei den Starts und in den Rennen nicht nur Paroli geboten, er hat ihn in allen Disziplinen schon mehr als einmal bezwungen und führt das Fahrerklassement trotz seines Ausfalls beim jüngsten Auftritt in Silverstone deshalb alles andere als zufällig an. Nico Rosberg, Weltmeister 2014: Mittlerweile sieht es tatsächlich so aus, als könnte das so kommen. Auch, weil Rosberg bisher auf kein Psycho-Manöver einging.

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Vor dem Monaco-Rennen zirkulierten Zitate, in denen Hamilton ausführte, er sei "hungriger", weil er eben nicht in Monaco aufgewachsen sei. Nun, vor dem Deutschland-Grand-Prix, war zu lesen, Hamilton halte Rosberg gar nicht für einen Deutschen, wozu Rosberg nur sagt: "Ich war dabei, als er das gesagt hat. Es begann als Witz und wurde dann aufgebauscht. Aber wenn es seine Meinung ist - ich habe kein Problem damit." Er wisse ja, was in seinem Pass stehe.

Einen echten Formel-1-Wagen, das zur Erklärung des Selfies, hat er übrigens bisher nicht in seiner Garage parken. Die geben die Teams selbst an die Fahrer nur ungern her. "Sich das in den Vertrag schreiben zu lassen, senkt das Gehalt", hat Rosberg inzwischen gelernt.