Nach Flugzeugabsturz in Kolumbien Der Weltfußball trauert mit Chapecoense

"Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für den Fußball": Menschen trauern im Stadion des verunglückten Fußballteams.

(Foto: AFP)

"Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für den Fußball": Lionel Messi, Pelé und viele andere reagieren bestürzt auf das Flugzeugunglück in Kolumbien. Brasilien sagt alle Fußballspiele ab.

Der Tod des Großteils einer brasilianischen Fußballmannschaft bei einem Flugzeugunglück in Kolumbien schockt Spieler, Vereine und Verantwortliche auf der ganzen Welt. "Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für den Fußball. In dieser schweren Zeit sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Freunden", sagte Fifa-Chef Gianni Infantino. Bei dem Flugzeugabsturz starben insgesamt 71 Menschen, darunter viele Spieler und Betreuer des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense. Zunächst waren die Behörden von 75 Toten ausgegangen, aber anders als geplant hatten vier Passagiere die Reise nicht angetreten.

Argentiniens fünfmaliger Weltfußballer Lionel Messi äußerte sein Mitgefühl: "Mein tiefstes Beileid für alle Familien, Freunde und Fans von Chapecoense." Sein FC Barcelona hielt am Dienstag vor dem Training wie Real Madrid eine Gedenkminute ab. "Traurigerweise haben diese Jungs, die auf dem Weg waren, eine Macht im Fußball zu werden, das falsche Flugzeug genommen", schrieb Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona. Brasiliens Pelé sprach von einem "tragischen Verlust."

Während Brasilien eine dreitägige Staatstrauer verhängte, trauert Chapecó, die Heimatstadt des Vereins, offiziell für 30 Tage und sagte in diesem Zeitraum alle Feierlichkeiten ab. Der Unterricht an den Schulen in der Stadt wurde für zwei Tage ausgesetzt.

"Wir erleben eine der tragischsten Seiten der brasilianischen Sportgeschichte

Der brasilianische Fußball-Verband CBF sagte alle Spiele für die nächsten sieben Tage ab, darunter das nationale Pokalfinale am Mittwoch sowie den letzten Spieltag der Liga am Wochenende. Das Rückspiel im Pokalfinale zwischen Gremio und Atletico soll nun am 7. Dezember stattfinden, das Saisonfinale der Meisterschaft am 11. Dezember. "Wir erleben eine der tragischsten Seiten der brasilianischen Sportgeschichte", sagte Marco Polo Del Nero, Chef des CBF.

Der frühere deutsche Nationalspieler Paulo Rink, der im Jahre 1995 eine Saison für Chapecoense spielte, war von dem Unglück schwer bestürzt. "Das ist eine Riesenkatastrophe. Ich weiß nicht, wie es jetzt mit Chapecoense weitergehen soll. Der Verein ist ja jetzt praktisch ausgelöscht, wenn so viele Spieler nicht mehr da sind", sagte der 43-Jährige der Rheinischen Post.

Chapecoense befand sich am Montagabend auf dem Weg nach Medellín, um dort am Mittwoch das Final-Hinspiel in der Copa Sudamericana gegen Atlético Medellín zu bestreiten, als etwa 50 Kilometer vor Kolumbiens zweitgrößter Stadt die Maschine abstürzte.

Chapecoenses Final-Gegner Atlético Nacional sprach nach dem Unglück via Twitter umgehend sein Beileid aus: "Wir bedauern zutiefst das Unglück und solidarisieren uns mit Chapecoense." Zudem fragte Atlético bei der Südamerikanischen Konföderation Conmebol an, "ob die Copa Sudamericana als Ehrentrophäe für den großen Verlust und als posthume Hommage an die Opfer des fatalen Unfalls an Chapecoense gegeben werden könne."

Insgesamt hatten 77 Menschen an Bord des abgestürzten Fliegers befunden: 71 Menschen starben, sechs überlebten. Über die Ursache des Unglücks ist noch nichts Näheres bekannt.

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