2. BundesligaNur Neururer gewann alles am Montag

In der 2. Bundesliga wird es bald keine Montagsspiele mehr geben. Für die einen ist das überfällig, für andere geht ein Stück Tradition verloren. Ein Rückblick mit Willi Landgraf, dem DSF - und einem Gespenst am Tivoli.

Pioniere

Am Anfang, sagt Olaf Schröder, war der Anpfiff nie pünktlich. Bis 2017 der Sender Sky die Rechte kaufte, lief das Montagsspiel im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF), später Sport1. Vom Sender stammte überhaupt erst die Idee. Und die, erzählt Schröder, Sport1-Geschäftsführer und damals verantwortlicher Redakteur, sei recht spontan umgesetzt wurden, "kurzfristig". Deshalb fand das erste Montagsspiel nicht am ersten, sondern am 12. Spieltag statt: St. Pauli gegen Bochum. Schröder erzählt, wie vor dem Spiel Trainerinterviews geführt wurden, wie sich deshalb der Anstoß verzögerte. Er sah in den Jahren danach spätere Nationalspieler erstmals auf der großen Bühne, Michael Ballack, Gerald Asamoah. Lukas Podolski lupfte am Montagabend gegen Saarbrücken das Tor des Monats. "Es wurde eine echte Fußball-Marke geschaffen, die der zweiten Liga auch finanziell geholfen hat", sagt Schröder. Und als er von der Entscheidung hörte, die Marke abzuschaffen? "War ich fassungslos." Sebastian Fischer

Bild: imago sportfotodienst 6. Dezember 2018, 09:392018-12-06 09:39:40 © SZ.de/chge