Miroslav Klose "Das Schlimmste waren diese Lügengeschichten"

Kein Durchkommen: viermal San Marino, einmal Klose.

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SZ: Aus den Äußerungen Ihrer Sturmkollegen Kuranyi und Gomez klingt in der Tat eine Menge Respekt. Aber die Kritik, die Torsten Frings vor dem San-Marino-Spiel an Ihren Kontakten zum FC Bayern geübt hat, ging deutlich über das hinaus, was man üblicherweise über seinen Vereinskollegen erzählt, bis hin zu der Bemerkung: ,,Ich habe nicht das Gefühl, dass er bei Werder bleiben will. Wenn das so ist, dann soll er halt gehen.'' Wie haben Sie das empfunden?

Klose: Ich habe es einfach so gesehen, dass jeder frei seine Meinung äußern kann. Das kann ich nicht verhindern. Für mich war es so, dass ich zu seiner ganzen Juventus-Turin-Geschichte nichts gesagt habe. Weil ich der Meinung war: Es ist nun mal sein Ding. Dazu brauche ich mich nicht zu äußern - weil es seine Entscheidung ist, ob er geht oder bleibt. Was er über mich sagt, das kann ich nicht steuern, und wenn ich ehrlich bin: Es ist mir auch total egal.

SZ: Sie haben sich nicht zusammengesetzt und die Sache beredet?

Klose: Wer Torsten kennt, der weiß: Wenn der Wind aus dieser Richtung kommt, dann äußert er sich so, und wenn er von der anderen Richtung kommt, dann ist es genau das Gegenteil. Das kann sich täglich und stündlich ändern. Ich kenn ja Torsten lang genug.

SZ: Per Mertesacker, ein anderer Mitspieler in Bremen, hat gesagt: ,,Sollte Miro noch ein Jahr bleiben, dann wird er sicher extrem beäugt werden.'' Ist Ihnen das auch bewusst?

Klose: Natürlich.

SZ: Wie gehen Sie damit um, mit dieser Aussicht?

Klose: Habe ich überhaupt kein Problem mit. Mein Vertrag läuft bis 2008. Was letztlendlich passiert, das weiß man im Fußball nie.

SZ: Wie waren die letzten Wochen in Bremen für Sie? Aus der Ferne betrachtet, sah es nicht gut aus, und die Reaktionen in der Werder- Anhängerschaft hörten sich nach viel Wut und Ärger an. Haben Sie das im Alltag auch so erfahren?

Klose: Ja.

SZ: Gibt es da Beispiele?

Klose: Gibt's genügend, Beschimpfungen und alles mögliche sonst. Aber die Rivalität der Fans von Bayern und Werder ist halt auch groß. Es sind nun mal zwei Vereine, die Erster sein wollen. Das war schon sehr unangenehm, aber letzten Endes bin ich Profi und muss da durch.

SZ: Können Sie ausschließen, dass die Reaktion des Publikums Ihre Leistung am Saisonende negativ beeinflusst hat?

Klose: Ja, das kann ich ausschließen.

SZ: Davon kann man sich freimachen?

Klose: Kann ich. Wenn die Kritiken in der Presse positiv sind, dann freue ich mich natürlich, aber ich lasse das nicht so nah an mich ran. Genauso ist es umgekehrt. Ich weiß: Wenn ich nach Hause komme, die Tür hinter mir zufällt, dann bin ich wieder ganz allein der Familienvater. Das ist für mich das Entscheidende.