Leichtathletik-EM Deutsche Staffel holt Bronze - Schwede Duplantis überspringt 6,05 Meter

Bronzemedaillengewinnerinnen (v.l.) Rebekka Haase, Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto aus Deutschland jubeln.

(Foto: dpa)
  • Am letzten Abend der Leichtathletik-EM gewinnt die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen Bronze.
  • Die deutschen Männer stürzen im Halbfinale, Julian Reus und Lucas Jakubczyk ziehen sich Schürfwunden zu, Reus muss wegen einer Schulterverletzung ins Krankenhaus.
  • Im Stabhochsprung gewinnt der Schwede Duplantis mit neuem U20-Weltrekord von 6,05 Meter.

Der 18 Jahre junge Armand Duplantis ist nach seinen sensationellen 6,05 Metern erstmals Europameister im Stabhochspringen. Das Top-Talent aus Schweden glänzte am Sonntagabend in einem hochkarätigen Wettkampf und brach den U20-Weltrekord. Nur der Ukrainer Sergej Bubka sprang im Freien jemals höher als der Schwede in Berlin.

Der Russe Timur Morgunow, der unter neutraler Flagge gestartet war, überwand mit 6,00 Metern ebenfalls die magische Sechs-Meter-Marke. Nur 20 Athleten haben das in der Geschichte der Leichtathletik überhaupt jemals geschafft. Dem französischen Hallen-Weltrekordler und Olympiasieger von 2012, Renaud Lavillenie, blieb mit 5,95 Meter Bronze.

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Deutsche Frauen-Staffel holt Bronze

Die 4x100-Meter-Frauen-Staffel und 42 350 Zuschauer jubelten über Bronze für Deutschland - dagegen war das Männer-Quartett nach einem Sturzdrama im Halbfinale tieftraurig. Fünf Tage nach ihrem Silber-Coup im Einzelrennen hat Sprinterin Gina Lückenkemper das DLV-Quartett am Sonntagabend bei der Berliner Leichtathletik-EM über 4x100 Meter erneut aufs Podium geführt. Auch vor zwei Jahren in Amsterdam gab's Bronze.

Lisa-Marie Kwayie aus Berlin, Lückenkemper (Leverkusen), Tatjana Pinto (Paderborn) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) mussten sich im Olympiastadion in 42,23 Sekunden dem siegreichen britischen Quartett (41,88 Sekunden) und den Niederländerinnen (42,15) geschlagen geben. "Wir wollten eine Medaille, sind um unser Leben gerannt, besser geht's nicht", sagte Pinto dennoch überglücklich. "Wir hatten so viel Spaß, das Berliner Publikum hat uns alle beflügelt", fügte Lückenkemper hinzu.

Reus muss nach Sturz ins Krankenhaus

Ein doppelter Sturz schockte am Schlusstag die deutschen Staffelmänner, die beim letzten Wechsel in Führung lagen und das erträumte Finale schon vor Augen hatten. Schlussläufer Lucas Jakubczyk (Berlin) strauchelte nach der Stabübergabe aber und stürzte auf die Bahn. Auch Staffelkollege Julian Reus, der auf Position drei lief und nicht mehr ausweichen konnte, kam zu Fall.Reus konnte mit Hilfe von Sanitätern den Innenraum auf eigenen Füßen verlassen. "Das ist bitter, weil wir gut im Rennen lagen", meinte der auf Position zwei laufende Mannheimer Patrick Domogala in der ARD. "Das war ein großer Schock für uns", verriet Gina Lückenkemper, die das Sturzpech beim Aufwärmen auf der Leinwand verfolgte.

Lokalmatador Jakubczyk wurde zunächst noch behandelt. Danach konnte auch er aufstehen, humpelte davon und winkte lachend ins Publikum - mit einem Kopfverband wie ein Turban und bandagiertem Knie. "Lucas Jakubczyk ist nach muskulären Problemen im Oberschenkel gestürzt und hat sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen", teilte Verbandsarzt Andrew Lichtenthal noch vor den Staffelfinals mit. Reus habe sich "eine Schulterverletzung zugezogen". Beide wurden medizinisch versorgt.

Reus musste nach DLV-Angaben danach mit dem Mannschaftsarzt Volker Steger zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus; der Berliner Jakubczyk konnte in Begleitung ins Mannschaftshotel fahren.

Damit ist die Medaillenserie der deutschen Männerstaffeln gerissen: Seit 2010 holten sie immer eine Medaille: Bronze, Silber, Silber und vor zwei Jahren in Amsterdam Bronze. Nun hat ein böser Sturz diese Erfolgsbilanz beendet.Bei der EM 2016 in Amsterdam waren sogar beide Staffeln noch Dritte geworden. Bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro gab's dagegen gar nichts zu gewinnen - den Frauen mit Pinto, Lisa Mayer, Lückenkemper und Haase fehlten 67 Hundertstelsekunden zur Bronzemedaille. Die Männer wurden im Vorlauf Sechste, nur sieben Hundertstel trennten sie am Ende von Lucky Loser Brasilien - und vom Finale.

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