Leicester CityTriumph der elf Versager

Straftäter, Übergewichtige, gescheiterte Existenzen: Leicester City wird gegen alle Gesetze des Fußballs englischer Meister. Die Mannschaft im Porträt.

Kasper Schmeichel

Kasper Schmeichel hieß jahrelang nicht Kasper Schmeichel. Sondern Kasper, Sohn von Peter Schmeichel. Peter ist in England eine Legende, gewann mit Manchester United 1999 das Triple, war auch Torwart. Vater und Sohn sehen sich mit dem grellweißen blonden Haaren erschreckend ähnlich. Und beide hassen die Vergleiche. Kasper erzählte mal von einem Abendessen mit seinem Vater. Ein Fan kam auf Peter zu und sagte: "Du bist eine Legende. Dein Sohn macht das gut, aber er wird nie so gut sein wie du." Peter fuhr den Mann heftig an. "Glauben Sie, Sie können meinen Sohn beleidigen und damit davon kommen?"

Der dänische Nationalkeeper Kasper Schmeichel, 29, hat eine der härtesten Karrieren hinter sich, die man im Profifußball einschlagen kann. Jahrelang bei Manchester City unter Vertrag, machte er für den Klub kaum Spiele, sondern wurde ständig ausgeliehen und zwar in die allertiefste Fußballprovinz. Als er 2006 etwa in Bury spielte, war der Klub kurz davor aus der vierten Liga abzusteigen. "Das war richtiger Druck", sagt Schmeichel. "Jobs standen auf dem Spiel. Wenn wir abgestiegen wären, hätten Familien ihre Lebensgrundlage verloren. Das mit Leicester jetzt, das ist der Grund, warum man Fußball spielt."

(schm)

Bild: REUTERS 3. Mai 2016, 09:312016-05-03 09:31:26 © Sz.de/schm