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Langlauf:Favoriten dominieren Tour de Ski

Sprint-Spezialistinnen Hanna Kolb (Buchenberg) landete auf Platz 51.

(Foto: Fabrice Coffrini/AFP)

Norweger Martin Sundby und Therese Johaug sind auf der Distanzstrecke auch in Lenzerheide nicht zu schlagen. Die deutschen Langläuferinnen dagegen sind enttäuscht.

Dem guten Start ins neue Jahr folgte für die deutschen Skilangläufer bereits am Tag danach die Ernüchterung. Auf der zweiten Etappe der Tour de Ski konnten besonders die deutschen Frauen am Samstag die Erwartungen nicht erfüllen. In den Massenstart-Wettbewerben über 15 und 30 Kilometer in der klassischen Technik waren Steffi Böhler als 18. und Andreas Katz als 17. die besten DSV-Athleten. Eine frühe Vorentscheidung im Gesamtklassement gelang dagegen den Norwegern Therese Johaug und Martin Johnsrud Sundby. Sie distanzierten die Konkurrenz deutlich und liefen ungefährdet zu ihren Siegen. In dieser Saison sind beide Tour-Favoriten im Distanzbereich bisher unbezwungen.

Besonders im deutschen Frauen-Team herrschte Ratlosigkeit. Böhler und auch Nicole Fessel, die 22. wurde, waren weiter vorne erwartet worden. "Ich weiß nicht, woran es lag", meinte Frauen-Trainer Torstein Drivenes. Böhler, die sich kontinuierlich nach vorn gekämpft hatte, suchte nach einer Antwort. "Wir wussten, dass solch ein langer Kanten in der Höhe in Lenzerheide kein Zuckerschlecken wird. Das Tempo war sehr hoch, da war ich etwas verunsichert. Die Rückstände sollten aber in keinem Fall so groß werden", sagte die Schwarzwälderin.

Sandra Ringwald (Schonach-Rohrhardsberg) wurde 28., Denise Herrmann 30., Monique Siegel (beide Oberwiesenthal) 33. und die Sprint-Spezialistinnen Hanna Kolb (Buchenberg) und Lucia Anger (Oberstdorf) landeten auf den Plätzen 51 und 52. Zum Auftakt der Tour de Ski an Neujahr war Kolb im Freistilsprint über 1,5 Kilometer bis ins Halbfinale gekommen und hatte am Ende Rang neun belegt. "Meine Zeit als Fünfte des Laufes war besser als die der Siegerin des anderen Halbfinals. Am Ende hat nur ein klein wenig mehr Kraft am letzten Anstieg gefehlt. Da war die Lücke leider etwas groß geworden", hatte sie gesagt.

Dobler und Katz behinderten sich gegenseitig

Der 17. Platz von Andreas Katz (Baiersbronn) bei den Männern am Samstag war dagegen ein durchaus achtbares Ergebnis, es war sein bestes Resultat im Weltcup. Jonas Dobler (Traunstein) kam nach gutem Rennen durch einen Sturz aus dem Rhythmus und belegte Rang 27. Aber speziell für Katz hätte es noch besser werden können, beim Sturz Doblers war auch er aus den Tritt gekommen. "Das sieht man als Trainer nicht so gern, wenn sich die eigenen Läufer gegenseitig abschießen", meinte Herren-Coach Janko Neuber. Zu diesem Zeitpunkt lagen beide auf den Plätzen 14 und 15. Während Dobler wegen des Stockbruchs zurückfiel, schaffte Katz noch einmal den Anschluss an eine größere Gruppe. "Das war ziemlich cool, wenn man bei den großen Namen mitmischen kann. Aber ich war am Anschlag, attackieren hätte ich auch ohne Sturz nicht mehr können", meinte der Baiersbronner.

Hinter Katz und Dobler belegte Lucas Bögl (Gaißach) Platz 43 und Thomas Bing (Rhön) Rang 49. Sprint-Spezialist Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) beendete das Rennen auf dem 70. Platz, Andy Kühne (Oberwiesenthal) wurde 78. und Florian Notz (Römerstein) landete auf Platz 82.

Am Sonntag stehen zwei Verfolgungsrennen auf dem Programm, ehe der Langlauf-Tross nach Oberstdorf zum Finale der Tour de Ski zieht. In die dritte Etappe, einen fünf Kilometer Freistil-Lauf, geht am Sonntag die Tour-Favoritin und derzeitige Führende Therese Johau mit einem Vorsprung von 4,5 Sekunden auf ihre Teamkollegin Ingvild Flugstad Oestberg ins Rennen. Bei den Männern hat Titelverteidiger Sundby bereits 1:18 Minuten Vorsprung. Diesen sollte er sich auch über die zehn Kilometer am Sonntag nicht nehmen lassen.