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Lance Armstrong:Doping schon mit 21 Jahren

Als der einstige Radprofi Lance Armstrong im Januar 2013 bei der Talkmasterin Oprah Winfrey gestand, dass er seine sieben Siege bei der Tour de France nicht allein mit tollem Training und wenig Haselnusscreme zum Frühstück erlangt hatte, attestierte ihm die New York Times ein "Dopinggeständnis ohne Erklärung", eine Beichte ohne Wert. Und es stimmte ja: Armstrong war nur bei Winfrey angerückt, weil ihn immer mehr ehemalige Kollegen belastet hatten. Er nannte keine Mitwisser, zeigte keine Reue, und der Zeitraum des Betrugs, den er gestand, war auch zufällig so gewählt, dass dem Amerikaner keine unmittelbaren Konsequenzen drohten.

Nun hat Lance Armstrong, 48, der schon vor sieben Jahren die volle Wahrheit erzählt haben wollte, mal wieder etwas gestanden. Er habe "wahrscheinlich im Alter von 21" bereits gedopt, sagt er in einer neuen Dokumentation eines US-Senders. Diese braucht wahrscheinlich auch in sportarmen Corona-Zeiten ein bisschen PR-Anschubhilfe, ehe sie Ende Mai anläuft. Interessant ist das Ganze insofern, als dass Armstrong als 21-Jähriger schon die Straßenrad-WM gewann - und vier Jahre später an Hodenkrebs erkrankte. Gut möglich, sagt Armstrong in der Doku, dass der frühe Chemiekonsum erst jene Krebserkrankung auslöste, die er dann vor seinen Tour-Siegen überwand. Bis das Gebilde vom wundersam geheilten Rückkehrer einstürzte.

© SZ vom 20.05.2020 / Johannes Knuth

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