Kugelstoßer Storl Der erste seit der DDR

David Storl, schon in WM-Form.

(Foto: dpa)

Kugelstoß-Weltmeister David Storl übertrifft zum ersten Mal die 22 Meter, Sprinter Gatlin gewinnt weiter. Der EV Landshut erhält keine Eishockey-Lizenz für Liga zwei, Dallas Mavericks finden schnellen Ersatz für Jordan.

Leichtathletik: David Storl hat erstmals in seiner Karriere die 22-Meter-Marke übertroffen und seine Siegesserie fortgesetzt. Der 24 Jahre alte Sachse gewann am Donnerstagabend in Lausanne mit 22,20 Metern und sorgte für den ersten Höhepunkt des Diamond-League- Meetings. Sechs Wochen vor der Leichtathletik-WM in Peking war das US-Trio mit Joe Kovacs (21,71 Meter), Reese Hoffa (21,30) und Christian Cantwell (20,94) chancenlos.

Der Kugelstoß-Weltmeister übertraf seine ein Jahr alte persönliche Bestleistung um 23 Zentimeter. "Das ist eine große Erleichterung, nachdem ich den 22 Metern so lange hinterher gewesen bin", meinte er: "Ich bin der erste nach den DDR-Stoßern, der wieder über 22 Meter kam. Das war das Ziel für dieses Jahr." Nur Ulf Timmermann (23,06 Meter) und Udo Beyer (22,64) stehen in der "ewigen" deutschen Rangliste weiterhin vor Storl.

Den Dreikampf der Sprinter gewann Justin Gatlin. Der 33 Jahre alte US-Amerikaner setzte sich beim Showdown über 100 Meter in starken 9,75 Sekunden vor dem Jamaikaner Asafa Powell und seinem Landsmann Tyson Gay (beide 9,92) durch. Gatlin verfehlte seine Saisonbestleistung nur um eine Hundertstelsekunde. Usain Bolt hatte seinen Start wegen einer Verletzung abgesagt.

Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe wurde mit 5,76 Metern Zweiter hinter dem Polen Pawel Wojciechowski, der mit 5,84 Metern gewann. Weltrekordler Renaud Lavillenie (Frankreich) musste sich mit 5,76 und Platz drei begnügen.

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Diskuswerferin Nadine Müller blieb in der Pontaise dagegen hinter Erwartung und Anspruch zurück: Sie kam mit 63,52 Metern nicht über Platz sechs hinaus. Olympiasiegerin Sandra Perkovic kassierte die erste Niederlage im WM-Jahr. Die Kroatin musste sich mit 67,06 Metern der Kubanerin Yaimí Pérez knapp geschlagen geben; die 24-Jährige schleuderte die Ein-Kilo-Scheibe sieben Zentimeter weiter.

Kurios: Im dritten B-Finale blieb Sprinterin Verena Sailer zum ersten Mal in ihrer Karriere unter 11 Sekunden - allerdings mit einem "Schub" von 5,4 Meter pro Sekunde. "Jetzt weiß ich zumindest, wie es sich anfühlt, unter elf Sekunden zu laufen. Leider war der Wind halt arg stark", sagte die frühere 100-Meter-Europameisterin nach den vom Winde verwehten 10,91.

Eishockey: Der EV Landshut bekommt keine Zweitliga-Lizenz. Das teilte die Deutsche Eishockey Liga 2 am Donnerstagabend mit. Der Aufsichtsrat habe diese Entscheidung bestätigt. "Das ist sehr schade. Andererseits haben wir uns Regeln gegeben. Diese müssen für alle gelten", sagte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Wer nun für den Traditionsclub, der Spieler wie Marco Sturm oder Alois Schloder hervorbrachte, nachrückt, wird noch bestimmt. Infrage kommen nach DEL2-Angaben Absteiger Heilbronner Falken sowie die Finalisten der Oberliga-Playoffs Füchse Duisburg und EV Regensburg.

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NBA: Die Dallas Mavericks haben nach dem geplatzten Deal mit DeAndre Jordan einen Ersatz-Center gefunden. Das Nowitzki-Team verpflichtete Zaza Pachulia von den Milwaukee Bucks. Die Bucks bestätigten das bereits offiziell. Für den erfahrenen Georgier müssen die Mavs ein zukünftiges Zweitrundenlos in der NBA-Draft abgeben. Der 31-jährige Pachulia spielt seit 2003 in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga. Er erzielte in der abgelaufenen Saison im Schnitt 8,3 Punkte und holte 6,8 Rebounds.

Die Mavericks waren unter enormen Zugzwang geraten, nachdem sie Tyson Chandler zu den Phoenix Suns ziehen lassen mussten und DeAndre Jordan von den Los Angeles Clippers seine fest zugesagte Vertragsunterzeichnung überraschend zurückgezogen hatte.

Bundesliga, FC Bayern: Das kolportierte Interesse von Manchester United lässt Bastian Schweinsteiger laut Karl-Heinz Rummenigge nicht kalt. "Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei dem Telefonat herausgehört habe, dass es ihm schon schmeichelt", sagte der Vorstandschef des FC Bayern München am Donnerstag bei der Vorstellung eines neuen Sponsorpartners (Gigaset). "Man muss jetzt mal abwarten." Aktuell ist der Fußball-Weltmeister "zumindest noch bis zum 30.6.2016" unter Vertrag. Die Kaderplanung bezeichnete Rummenigge als "noch nicht abgeschlossen". "Ich denke, auch beim FC Bayern wird sich das eine oder andere an Veränderung noch ergeben."

Mit Schweinsteiger, der nach seiner Urlaubsrückkehr am Samstag bei der Teampräsentation wieder die Klub-Arbeit aufnehmen soll, ist ein baldiges Gespräch geplant. In der gerade begonnenen zweiten Jahreshälfte wollen sich die Bayern-Bosse auch mit Pep Guardiola zusammensetzen, um über dessen am 30. Juni 2016 auslaufenden Vertrag zu reden. "Die zweite Jahreshälfte ist erst neun Tage alt und hat nach Adam Riese reichlich Zeit vor sich", betonte Rummenigge. "Ich bin da völlig entspannt und bin da auch nicht pessimistisch, um einen Indikator zu geben. Ich glaube, wir haben gute Karten, dass Pep Guardiola noch nach dem 30.6.2016 Trainer bei Bayern München bleibt." Er habe immer gesagt, dass er sich ein "Ja" wünsche.

Belustigt zeigte sich Rummenigge über die vielen Transfergerüchte rund um den FC Bayern, Spekulationen über einen möglichen Wechsel von Ángel Di María von Manchester United nach München mochte er weder dementieren noch bestätigen. Ein Tauschgeschäft Di María/Schweinsteiger schloss der Münchner Vorstandschef aus. "Das kann ich ausnahmsweise total dementieren. Das ist nie diskutiert worden und war nie Teil von Überlegungen - weder hier in München noch in Manchester."

NBA, LeBron James: Der Allstar hat sich entschlossen, seinen Vertrag bei den Cleveland Cavaliers in der nordamerikanischen Profiliga NBA um ein Jahr zu verlängern. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Zudem soll sich der vierfache MVP auf eine Option für eine weitere Spielzeit mit dem NBA-Vizemeister geeinigt haben. Der Vertrag soll dem 30-Jährigen demnach für zwei Jahre insgesamt fast 50 Millionen Dollar einbringen und bald unterzeichnet werden. Die Spekulationen um James' Zukunft sind somit beendet. Ende Juni hatte der Spieler noch die Option auf eine einjährige Vertragsverlängerung verstreichen lassen. Derzeit befindet sich James auf Promotour für den Film "Trainwreck", den er im vergangenen Sommer kurz nach der Bekanntgabe seiner Rückkehr zu den Cavs gedreht hatte. In der Komödie spielt er sich selbst.

Fußball, Frauen-Nationalmannschaft: Nach Platz vier bei der Weltmeisterschaft in Kanada haben die Frauen des Deutschen Fußball-Bundes Rang eins der FIFA-Weltrangliste an den neuen Weltmeister USA abgeben müssen. Das neue Ranking gab der Weltverband am Freitag bekannt. Mit 2115 Punkten fiel die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid hinter die US-Auswahl (2189) auf den zweiten Rang zurück. Im WM-Halbfinale hatte Deutschland gegen den späteren Titelträger USA mit 0:2 verloren. WM-Viertelfinalist Frankreich bleibt mit 2081 Zählern Dritter des FIFA-Rankings. Japan als Weltmeister von 2011 in Deutschland und WM-Finalist von Kanada hat auf Platz vier (2073) acht Punkte Rückstand auf Frankreich. Hinter dem Top-Quartett liegt der WM-Dritte England nach dem Gewinn des "kleinen Finales" gegen Deutschland neu auf Rang fünf (2038). Die nächste Weltrangliste wird am 25. September veröffentlicht.