bedeckt München 26°

Jerome Boateng:Klage zugelassen

Jérôme Boateng wegen Verdacht auf Körperverletzung vor Gericht

Von Florian Flade

Das Amtsgericht München hat Anklage gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng wegen Körperverletzung zum Nachteil seiner ehemaligen Lebensgefährtin zugelassen. Ein Teilbeschluss zur Eröffnung der Hauptverhandlung ist ergangen. Das bestätigte Gerichtssprecher Klaus-Peter Jüngst auf Anfrage von WDR und Süddeutscher Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft München I hatte schon am 11. Februar Anklage gegen Boateng, 31, erhoben. Dem Verteidiger des deutschen Meisters Bayern München und Weltmeister von 2014 wurde darin vorgeworfen, eine gefährliche Körperverletzung begangen zu haben. "Überdies ermittelt die Polizei derzeit in einem weiteren Fall des Verdachtes der Körperverletzung zum Nachteil der gleichen Geschädigten", hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft damals mitgeteilt.

Allerdings ließ nun das Amtsgericht München gegen Boateng nur eine Anklage wegen einfacher, vorsätzlicher Körperverletzung zu. Laut des zuständigen Richters seien keine hinreichenden Anhaltspunkte für gefährliche Körperverletzung erkennbar. "Die Geschädigte hat nach Ansicht des Richters etwa widersprüchliche Angaben zu den Gegenständen gemacht, die verwendet worden sein sollen", erklärte Jüngst. Auch Videoaufnahmen der erlittenen Verletzungen würden nicht auf gefährliche Körperverletzung hindeuten. Boateng und seine einstige Lebensgefährtin haben aus ihrer zehnjährigen Partnerschaft zwei gemeinsame Kinder.

Gegen die Entscheidung des Gerichts soll die Staatsanwaltschaft München Beschwerde beim Landgericht eingelegt haben. Sie soll davon überzeugt sein, dass es sich bei dem Vorfall um eine gefährliche Körperverletzung handelte. Im September hatte die Anwaltskanzlei, die Boateng vertritt, erklärt, es gehe um einen privaten Sachverhalt, der im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe. Zur jetzigen Entscheidung des Gerichts steht eine Stellungnahme noch aus.

© SZ vom 24.12.2019

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite