Japan Zu allem bereit

Ohne Nationalheldin Homare Sawa enttäuschen die Japanerinnen gegen Argentinien.

Von Ulrich Hartmann

Nicht einmal Deutschland hat es bislang geschafft, alle drei Weltmeisterschaften im Frauen- und Mädchenfußball zu gewinnen: Zwei Mal gewannen deutsche Teams die A-WM (2003, 2007) und drei Mal sogar die U20-WM der ältesten Nachwuchsklasse (2004, 2010, 2014), aber ein Triumph bei der U17-WM blieb den Deutschen bislang verwehrt. Es gibt nur eine Nation, die alle drei WM-Titel auf sich vereinte: Japan. 2011 siegten die Frauen in Deutschland, 2014 die U17 in Costa Rica und 2018 die U20 in Frankreich.

Mit entsprechendem Selbstbewusstsein sind die Japanerinnen bei der WM ins erste Turnierspiel gegen Argentinien gegangen, zu allem bereit, sogar dazu, es diesmal auch ohne ihre Nationalheldin Homare Sawa zu schaffen, die Japan zuvor bei sechs WM-Turnieren bis hin zu höchsten Ehren geführt und ihre Karriere 2015 im Alter von 37 Jahren beendet hatte. Als Siebter der Weltrangliste ging Japan ins Spiel gegen das auf 37 platzierte Team aus Argentinien, hatte 61 Prozent Ballbesitz, schlug fünf Ecken, schoss acht Mal aufs Tor - um mit einem Nullzunull zu enden. Die jungen Spielerinnen zahlten Lehrgeld. Von einem Comeback der 40-jährigen Sawa ist aber nicht die Rede.