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Hoffenheimer Aufholjagd:Ein weiterer kurioser Rekord

TSG Hoffenheim v FC Schalke 04 - Bundesliga

Kunstvoll die Wende eingeleitet: Andrej Kramaric (Nr. 27) erzielt den Anschlusstreffer gegen Schalke 04. Drei weitere Treffer folgten.

(Foto: Matthias Hangst/Getty Images)

Während Schalke 04 wieder nur durch eine eigenwillige Statistik auffällt, unterstreicht Andrej Kramaric, wie wertvoll er für Hoffenheim ist.

Die größte Erleichterung dürften die Fußballprofis von Absteiger FC Schalke 04 diesmal schon vor dem Anpfiff verspürt haben. Gut zwei Wochen nach den körperlichen Attacken der eigenen Fans tauchten zwar auch vor dem Sinsheimer Stadion wieder Anhänger auf - diesmal aber, um "Auswärtssieg! Auswärtssieg!" zu brüllen und das Team friedlich auf die riesige Herausforderung 2. Bundesliga einzustimmen. "Das sind Schalker!", sagte Vereinslegende Gerald Asamoah und so hatte der sportliche Kollaps beim 2:4 (2:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim wenigstens eine gute Seite. Denn eines bewies die 22. Saison-Niederlage, bei der auch ein Zwei-Tore-Polster durch Mark Uth und Shkodran Mustafi nicht genügte, eindeutig: Spielerisch ist von diesem Schalker Team bis Saisonende nicht mehr viel zu erwarten.

Trainer Dimitrios Grammozis verwies in seinen Statements immer wieder auf "die zwei Kilometer, die wir in der ersten Halbzeit mehr gelaufen sind". Was soll man auch sonst hervorheben, wenn der Gegner 90 Minuten das Spiel diktiert und man selbst nur zwei gute Chancen hat, die wegen gravierender Abwehrmängel mal wieder nicht reichen? Die sportliche Führung für den Neuaufbau in Liga zwei ist inzwischen benannt, neben Sportvorstand Peter Knäbel soll der langjährige Mainzer Funktionär Rouven Schröder als Sportdirektor agieren. Offen ist derweil noch, was mit Grammozis passiert, dessen Bilanz seit Amtsantritt im März düster aussieht. Am auffälligsten ist, wie viele verschiedene Spieler er einsetzt; drei Novizen am Samstag, was das Konto der eingesetzten Spieler auf 39 schraubte - ein Bundesliga-Rekord.

Kramaric dreht das Spiel für die TSG

Bei den Hoffenheimer drehte sich derweil alles um Stürmer Andrej Kramaric, der unbedingt gehalten werden soll. Warum, das wurde am Samstag deutlich. Nach einem Pausenrückstand drehte der 29-Jährige eine Viertelstunde lange so auf, dass aus einem 0:2 prompt ein 3:2 wurde: Erst zwirbelte er einen Freistoß in den Torwinkel, dann fanden seine punktgenauen Standards die Köpfe von Kevin Akpoguma und Christoph Baumgartner. Das Spiel war gedreht, dann setzte Ihlas Bebou den Schlusspunkt. "Dass Andrej für uns die zentrale Figur ist in vielen Spielen, das steht außer Frage", sagte Chefcoach Sebastian Hoeneß, der nach den letzten benötigten Punkten zur Rettung erleichtert wirkte.

Mit seinem 18. Saisontor stellte Kramaric den Vereinsrekord von Vedad Ibisevic ein, seinen eigenen (17 Treffer) verbesserte er. "Ich erlebe Andrej gerade jeden Tag, da ist er sehr positiv, sehr fokussiert und total bei der Sache. Das schlägt sich dann auch in seiner Leistung nieder", sagte sein Trainer. In der stark besetzten Offensive mit Baumgartner, Bebou, Sargis Adamyan und Munas Dabbur ist Kramaric zweifellos der Fixpunkt, der individuell herausragt. Genau das könnte für die TSG aber zum Problem werden. Nach der turbulenten Saison, die ohne erneute Europa-Teilnahme enden wird, hat Hoffenheim ein Argument weniger für einen Verbleib des Stürmers, dessen Kontrakt im Juni 2022 endet. "Ich bin Optimist. Ich glaube daran, dass er auch nächste Saison noch für uns spielt", sagte Hoeneß. Er klang nicht wirklich überzeugt.

© SZ/sid/dpa/mp
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