Hertha BSC:"Verein angezündet": Gegenbauer attackiert Investor

Nach seinem Rücktritt als Präsident des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat Werner Gegenbauer den Investor Lars Windhorst scharf kritisiert: "Er hat in den vergangenen Wochen, mitten im Abstiegskampf, den Verein angezündet. Windhorst hat eine Spaltung zu verantworten, die den Klub und alle Abteilungen schwer verunsichert hat", sagte Gegenbauer dem Tagesspiegel. Der 71-Jährige verneinte allerdings, dass er wegen der Dispute mit Windhorst sein Amt niederlege: Es sei "der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang, unabhängig von Personen".

Gegenbauer erklärte den Amtsverzicht nach dem in der Relegation gesicherten Ligaverbleib des Klubs. So kam er einer möglichen Abwahl bei der Mitgliederversammlung an diesem Sonntag zuvor. Windhorst, der 375 Millionen Euro in Herthas ausgegliederte Profiabteilung investierte, hatte dem Präsidium Fehlinvestitionen des Geldes vorgeworfen. "Ein sportlicher Effekt ist aus dem Zufluss der Mittel nicht zu sehen", gab Gegenbauer zu: "Das ist unsere Verantwortung, und er hat natürlich das Recht, seine Enttäuschung zu artikulieren. Über Form und Inhalt lässt sich streiten."

Unterdessen hat der scheidende Trainer Felix Magath seinen Noch-Arbeitgeber Hertha BSC heftig kritisiert. Im Kicker sagte er: "Ich hatte in den neun Wochen das Gefühl, keine Hilfe zu haben." Die Mannschaft habe er mit dem Trainerstab so weit geformt, "dass sie zusammenhält", berichtete Magath. In der Breite habe er das nicht gespürt: "Die Stimmung war eher: Paragraph eins - jeder macht seins."

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