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Groths Kritik am DFB:"Wieder im Hinterzimmer ausgekaspert"

Ute Groth

Ute Groth, Präsidentin des DJK Tusa 06 Düsseldorf.

(Foto: dpa)

Nach der Nominierung von Fritz Keller zum Präsidentschafts-Kandidaten erneuert Bewerberin Ute Groth ihre Kritik am DFB. Kugelstoßer David Storl muss auf einen WM-Start verzichten. Die deutschen Dressur-Reiter holen EM-Gold.

Sportpolitik, DFB: Präsidentschaftsbewerberin Ute Groth hat nach der Nominierung von Fritz Keller zum offiziellen Kandidaten der Verbandsführung ihre Kritik am Deutschen Fußball-Bund erneuert. Sie halte Keller für eine "sympathische Person" und den von ihm geführten SC Freiburg für einen "sympathischen Verein", sagte Groth am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Der Frust ist groß und wird nicht durch Fritz Keller beseitigt", beschrieb die Präsidentin des Breitensportvereins DJK TuSA 06 Düsseldorf ihre Sicht zur Stimmung an der Fußball-Basis. Die Auswahl von Keller sei "wieder im Hinterzimmer ausgekaspert" worden, monierte die 60-Jährige das Verfahren durch die sechsköpfige Findungskommission von DFB und Deutscher Fußball Liga.

Die bis dahin in Fußball-Kreisen gänzlich unbekannte Groth hatte sich nach dem Rücktritt von DFB-Chef Reinhard Grindel im Mai um den vakanten Spitzenposten beworben und die bisherige Verbandsspitze für eine "Nichtachtung der Amateurbelange" massiv kritisiert. Mit einer Zulassung zur Wahl beim DFB-Bundestag am 27. September in Frankfurt rechnet Groth trotz der aus ihrer Sicht formal korrekten Bewerbung nun nicht mehr. Sie habe weiterhin keine Rückmeldung vom Dachverband oder ihrem Landesverband Niederrhein bekommen. Offenbar wolle man ihre Kandidatur unter den Tisch fallen lassen, meinte Groth.

Keller war am vergangenen Donnerstag als Kandidat von der eingesetzten Findungskommission um die DFB-Interimschefs Rainer Koch und Reinhard Rauball nominiert worden. Er will sich am Mittwoch den Vertretern der Regional- und Landesverbände sowie der Profi-Clubs in Berlin vorstellen. Die Wahl des 62-Jährigen zum neuen DFB-Präsidenten gilt als sicher.

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Reit-EM: Das deutsche Dressur-Quartett um Rekordreiterin Isabell Werth hat am Dienstag bei der Europameisterschaft in Rotterdam seinen Titel verteidigt. Es war die insgesamt 24. Goldmedaille einer deutschen Mannschaft bei kontinentalen Meisterschaften. Das Team um Isabell Werth gewann überlegen mit 244,969 Prozent. Zweiter wurde das Gastgeber-Team (230,140) der Niederlande vor Schweden (229,923). Großbritannien war zunächst Zweiter, rutschte aber durch die nachträgliche Disqualifikation von Charlotte Dujardin auf Rang vier.

Für Werth, die 50 Jahre alte Reiterin aus Rheinberg, war es bereits das 18. EM-Gold. Zur siegreichen Equipe in Rotterdam gehörten außerdem Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera, Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo.

Kugelstoßen: Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl muss auf den Start bei den Welttitelkämpfen Ende September in Doha/Katar verzichten. Wie der 29-jährige Leipziger am Dienstag mitteilte, muss er die Saison verletzungsbedingt abbrechen. "Gemeinsam mit meinem Trainer Wilko Schaa und meinem medizinischem Betreuerteam haben wir die jetzige Situation analysiert und gemeinsam diesen Schritt beschlossen", sagte der deutsche Rekordmeister.

Aufgrund der anhaltenden Rückenprobleme nach einer Verletzung im April sei ein kontinuierliches Training nicht mehr möglich gewesen. "Ich wurde immer wieder von Beschwerden ausgebremst", sagte Storl. "In der Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften war das tägliche Training somit nur eingeschränkt möglich." Bei den nationalen Titelkämpfen Anfang August in Berlin war er mit 19,77 Meter nur Dritter geworden. Die WM-Norm von 20,70 Meter hatte der Leichtathlet auch danach nicht übertreffen können.

"Genau wegen dieser Situation haben wir uns dazu entschieden, den Fokus auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr zu legen", erklärte der Olympia-Zweite von 2012. "Unser Ziel Tokio 2020 werden wir nach vollständiger Genesung in Angriff nehmen. In den nächsten Wochen setzen wir alles daran, dass ich wieder vollumfänglich trainieren kann."

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