Fußball-WM: Bösewichte – Rivaldo (2002)

Im Verein hui, in der Nationalelf pfui - das war vor der WM 2002 die herrschende Meinung über Rivaldo. Nach dem Turnier in Japan und Südkorea, das Brasilien im Finale gegen Deutschland gewann, fühlte sich der Ballkünstler endlich respektiert. Doch ein Wermutstropfen blieb, ein "schwarzer Moment", wie Rivaldo ihn nannte.

In der Vorrunde mühte sich Brasilien gegen die Türkei und hatte Glück, das der Schiedsrichter in der 86. Minute ein Foul des Türken Özalan Alpay mit Strafstoß ahndete, obwohl es außerhalb des Strafraums verübt worden war. Rivaldo verwandelte den Elfmeter zum 2:1 und ließ sich wenige Minuten später theatralisch fallen, als ihm Hakan Ünsel den Ball in die Beine geschossen hatte. Sehr zum Verdruss der türkischen Fans hielt sich Rivaldo das Gesicht und jammerte, als hätte ihn der Blitz getroffen. Der Schiedsrichter fiel darauf herein, er zeigte Ünsel die gelb-rote Karte. Brasilien brachte den Sieg über die Zeit.

Rivaldo räumte später ein, er habe mit der Schauspieleinlage Zeit schinden wollen: "Dass Hakan Ünsel vom Platz gestellt wird, wollte ich nicht." Der Fifa war es egal, sie verdonnerte den Bösewicht zu einer Strafe von 7000 Euro.

Bild: AP 5. Juni 2010, 14:222010-06-05 14:22:54 © sueddeutsche.de/mikö/aum