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Fußball im Kino:Der Film ist rund

Die Geschichte des Fußballfilms beginnt 1927 mit einem späteren Nazi. Es folgen: ein Schauspieler Beckenbauer, ein Wunder in Farbe und Hoeneß und Breitner im Ehebett. Die besten Filme in Bildern.

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Die Bundesliga pausiert noch bis zum 15. Januar. Bis dahin bleiben dem Fan nur der Auslandsfußball - und der DVD-Player. Ein Überblick über die besten Fußballfilme.

Das Wunder von Bern

Der wohl bekannteste und erfolgreichste deutsche Fußballfilm ist "Das Wunder von Bern" aus dem Jahr 2003. In Sönke Wortmanns Werk spielen nicht nur die elf Helden von 1954 eine wichtige Rolle, der Film thematisiert ebenso die Verhältnisse im jungen Deutschland der fünfziger Jahre. Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder fand den Film so authentisch, dass ihm die Tränen kamen.

Foto: dpa

Texte: Christian Aichner

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"Der König der Mittelstürmer" und "Die elf Teufel"

Die Geschichte der deutschen Fußballfilme begann bereits in den goldenen zwanziger Jahren. 1927 erschien "Der König der Mittelstürmer", der unter dem Motto "Drehende Erdkugel - rollender Fußball - völkerverbindender Sport" den Nerv der Zeit traf. In dem Film wird das fußballerische Leben von Tull Harder, in den 1920er Jahren Spieler des Hamburger Sportvereins und der deutschen Nationalmannschaft, szenisch aufbereitet. Damals konnte man noch nicht ahnen, in welche Verbrechen Harder als SS-Mann und KZ-Kommandant während der NS-Zeit verwickelt sein würde.

Fußball hatte sich nach dem Ersten Weltkrieg zu einer der populärsten Sportarten entwickelt, die Stadien wurden von nun an von Massen bevölkert - und auch das Kino. Ebenfalls 1927 ist mit "Die elf Teufel" der zweite reine Fußballfilm bundesweit in den Kinos angelaufen. Er thematisiert schon damals die Konkurrenz zwischen armen und reichen Klubs und den Konflikt zwischen Traditionsbewusstsein und Vereinstreue einerseits, sowie Kommerz und Käuflichkeit andererseits. Beide Filme waren lange verschollen, 2006 veröffentlichte das Münchner Fimmuseum eine DVD, auf der beide Stummfilme zu sehen sind.

Foto: © Edition Filmmuseum

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Libero

Einen weiteren Einblick in die Fußballgeschichte gibt der Film "Libero" mit einem der besten "freien Männer" aller Zeiten, Franz Beckenbauer, in der Hauptrolle. Der semi-fiktionale Film aus dem Jahr 1973 unter der Regie von Wigbert Wicker ist Fußballkult und für alle Kaiserfans ein absolutes Muss.

Foto: Imago

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Profis - Ein Jahr Fußball mit Paul Breitner und Uli Hoeneß

Ein anderer Fußballkultfilm ist die Dokumentation über Uli Hoeneß und Paul Breitner. In der Saison 1978/79 begleiteten die Filmemacher Christian Weisenborn und Michael Wulfes die aktiven Spieler Paul Breitner und Uli Hoeneß die komplette Spielzeit. Diese verlief keineswegs erfolgreich für den Rekordmeister, Franz Beckenbauer war gerade weg und die goldenen Bayernjahre Anfang der siebziger Jahre schienen vorbei zu sein. Angesichts der damals üblichen Mode der wilden Mähnen auf dem Kopf bis zu den besonders kurzen Hosen an den Beinen, und der heimelig anmutenden Zweisamkeit im Doppelzimmer Breitner/Hoeneß erlebt man hier ein Stück Bundesligageschichte zwischen Nostalgie und Amüsement.

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Frei:Gespielt: Mehmet Scholl - Über das Spiel hinaus

Wenn es um Fußballkultur geht, darf der Film über den Münchner Kultkicker Mehmet Scholl nicht fehlen. Schon 2001 hatte der Mittelfeldspieler einen Gastauftritt in einem Film. In "Lammbock" feierten ihn die beiden Hauptdarsteller als ihren Fußballgott. Auch in "Frei:Gespielt" wird Scholl gefeiert, als letzter Straßenfußballer Deutschlands. Die beiden Filmemacher Ferdinand Neumayr und Eduard Augustin begleiteten ihn in seinen letzten 48 Stunden als Fußballprofi und beleuchteten die Stationen seiner Karriere zwischen zauberhaften Pässen, großen Erfolgen und schweren Verletzungen.

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Gib mich die Kirsche: Die 1. deutsche Fußballrolle

Erst einige Jahre nach dem Wunder von Bern wurde Fußball zum Profisport. 1963 wurde die Erste Bundesliga gegründet, 1974 war der DFB schließlich zum zweiten Mal Weltmeister. "Gib mich die Kirsche" ist eine Dokumentation über die erste Dekade des bezahlten Fußballs. Die Tore von Uwe Seeler, Flanken von Reinhard Libuda, musikalische wie frisurtechnische Fehltritte von Beckenbauer bis Breitner und der erste Popstar des Fußballs, Günter Netzer mit seinem Maserati, werden ebenso gewürdigt wie die Fans, denen "Fußball vor alles geht."

Der Ausspruch "Gib mich die Kirsche", der dem Film den Titel gibt, ist bis heute legendär. Lothar Emmerich, in den sechziger Jahren Stürmer beim BVB und in der Nationalelf, forderte mit diesem Satz im typischen Ruhrpott-Dialekt seine Mitspieler auf, ihm den Ball aufzulegen. Seit 2003 besteht ein gleichnamiges Internet Fußball-Magazin, das das Andenken an "Emma mit der linken Klebe" aufrecht hält.

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Fever Pitch

Der Spielfilm nach dem gleichnamigen Roman von Nick Hornby aus dem Jahr 1997 ist eine Hommage an den FC Arsenal. Ein fanatischer Fan führt Tagebuch, wobei jeder Eintrag an einem Spieltag seines geliebten Londoner Klubs stattfindet. Ein Spiel von Arsenal würde er für nichts in der Welt eintauschen. Doch dann verliebt er sich in eine Frau, die so gar nichts mit Fußball anfangen kann. Für ihn beginnt eine aufgeregte Zeit zwischen der Liebe zu elf Männern und einer Frau.

Foto: Imago

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Spiel der Götter: Als Buddha den Fußball entdeckte

König Fußball regiert selbst unter buddhistischen Mönchen - zumindest seit 1998. Während der WM in Frankreich ist der junge Mönch Orgyen völlig vom Fußballfieber ergriffen. Sein kleines Zimmer in einem abgeschiedenen Kloster in den Bergen Indiens hat er mit Fußballpostern geschmückt, unter seiner Kutte trägt er ein improvisiertes Trikot seines Helden Ronaldo. Doch die Spiele im fernen Europa kann er sich nicht anschauen, weil es nachts verboten ist, das Kloster zu verlassen.

So muss er sich etwas einfallen lassen, um sein Idol Ronaldo doch beim Stürmen zu sehen und versucht den alten Abt des Klosters mit seiner Fußballbegeisterung anzustecken. Doch davor muss er ihm das Spielprinzip erklären: Fußball ist ein Spiel, bei dem zwei Nationen weitgehend friedlich um einen Ball kämpfen. Dem alten Abt gefällt das Prinzip, nun muss Orgyen nur noch einen Fernseher besorgen, damit auch das buddhistische Kloster vom WM-Fieber infiziert werden kann. Ein auf einer wahren Geschichte beruhender Film über die kulturübergreifende Faszination des Fußballs.

Foto: © Advanced Inflight Alliance

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Kick it like Beckham

Seit Mitte der 90er Jahre wird Frauen-Fußball immer populärer. Anfang 2002 entdeckte die Filmbranche das Thema Frauenfußball. In dem in England spielendem Film "Kick it like Beckham" geht es um ein junges Mädchen indischer Abstammung, das ihrem großen Vorbild David Beckham nacheifern und unbedingt Fußballprofi werden will. Ihre Eltern haben allerdings gar kein Verständnis für den angeblich unweiblichen Wunsch und wollen das Talent ihrer Tochter keinesfalls fördern. Doch sie kämpft für ihren Traum.

Foto: Getty

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Deutschland - ein Sommermärchen

Im Sommer vor vier Jahren stand Deutschland Kopf. Die DFB-Auswahl unter Jürgen Klinsmann versetzte mit ihrem flotten Spiel nach vorne bei der Heim-WM 2006 das Land in ein kollektives Fußballfieber. Sönke Wortmann zeichnet in der Fußballdoku den Weg der Nationalmannschaft bis zum Spiel um Platz drei nach. Neben Einblicken in die Kabine, verschafften Klinsis Jungs dem Regisseur auch die ein oder andere Szene mit Komödiencharakter. Zur Einstimmung auf das WM-Jahr 2010 genau das Richtige, spätestens beim Anblick der feiernden Nationalspieler nach dem kleinen Finale kommt die kollektive Fußballbegeisterung zurück.

Foto: Imago

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