Fußball:Geisterspiele rücken näher

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Bundesliga befürchtet drastische Zuschauer-Reduzierungen

Der Zuschauer-Plan besteht zwar noch, doch dass am Samstagabend 67 000 Fans das Bundesliga-Topspiel Borussia Dortmund gegen Bayern München live im Stadion erleben werden, erscheint angesichts der Corona-Lage zunehmend unrealistisch. Stattdessen rückt ein flächendeckendes Comeback von Geisterspielen näher - exakt ein halbes Jahr nach dem politisch proklamierten Ende der Null-Zuschauer-Spiele. "Ich bin Fußballfan, aber in den Größen, in denen die Stadien aktuell besetzt sind, geht das nicht", sagte FDP-Parteichef Christian Lindner in der ARD. Das bevorstehende nächste Corona-Krisen-Treffen von Bund und Ländern könnte entsprechende Beschlüsse ergeben.

Das Rheinderby am Samstag zwischen Köln und Mönchengladbach war womöglich die vorerst letzte Partie mit vollen Rängen. Die dort zugelassenen 50 000 Zuschauer befeuerten die Debatte um Geisterspiele, zahlreiche Spitzenpolitiker und Experten äußerten ihr Unverständnis. Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle wehrte sich zwar gegen die Kritik ("wir sind nicht die Hotspots"), doch unter anderem forderten Markus Söder und Karl Lauterbach stark reduzierte Zuschauerzahlen. Erwartet wird, dass nach Sachsen auch Baden-Württemberg und andere Länder die Rückkehr zu Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschließen. Am Wochenende musste zunächst nur RB Leipzig vor komplett leeren Tribünen spielen.

Bayern hat bereits die Zahl der erlaubten Besucher stark reduziert, in Nordrhein-Westfalen sollen am Dienstag auch Maßnahmen für Großveranstaltungen beschlossen werden. Laut NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst passen volle Stadien und eingeflogene Corona-Patienten aus anderen Bundesländern nicht zusammen: "An solche Sachen werden wir rangehen", sagte der CDU-Politiker in der ARD. Von Geisterspielen in Baden-Württemberg wären am nächsten Wochenende bereits Hoffenheim und VfB Stuttgart betroffen. VfB- Vorstandschef Thomas Hitzlsperger warnte bereits vor den Folgen: "Geisterspiele sind für uns wirklich dramatisch."

DFB-Interimspräsident Rainer Koch forderte am Montag einheitliche Regeln: "Es ist ganz wichtig, dass eine klare Linie entwickelt wird. Es ist sehr, sehr schwer vermittelbar, wenn in Köln 50 000 Zuschauer sind und einen Tag später in Leipzig kein einziger zugelassen ist."

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