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Fußball:Daum hört als Nationaltrainer von Rumänien auf

Romanian national soccer team conference

Nach dem Ende in Rumänien lässt Daum seine Zukunft offen: "Es gibt Anfragen, aber vielleicht warte ich auch bis zum Herbst ab. Denn Sie wissen ja: im Herbst fallen die Blätter und die Trainer."

(Foto: Bartlomiej Zborowski/dpa)

Christoph Daum und der rumänische Verband trennen sich nach verpasster WM-Qualifikation. Die Bundesliga fällt in der Uefa-Fünfjahreswertung zurück. Jonas Hector fehlt Köln lange.

Fußball, Rumänien: Christoph Daum ist nicht mehr Trainer der rumänischen Fußball-Nationalmannschaft. "Ich habe den Auflösungsvertrag gerade unterschrieben und bin dem Verband in Sachen Abfindung sehr entgegengekommen. Ich wollte das jetzt beenden", sagte der 63-Jährige am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Ende der rund einjährigen Zusammenarbeit deutete sich in den vergangenen Tagen bereits an, nachdem der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart mit den Rumänen die Qualifikation für die WM 2018 in Russland verpasst hatte. Der Verband FRF bedankte sich bei Daum. Er habe "hohe Standards" gesetzt. Mit Verbandschef Burleanu verband Daum stets ein vertrauensvolles Verhältnis. "Er hat mir immer volle Rückendeckung gegeben", berichtete Daum, "aber ich habe ihm auch gesagt: Denken Sie an ihre Zukunft, im nächsten Jahr stehen die Wiederwahlen im Verband an. Die Person Daum ist zu einem Politikum geworden." Der 33-Jährige hatte den deutschen Coach trotz heftiger Widerstände verteidigt, aber der Druck war immer größer geworden.

Bei den nächsten Spielen im Oktober gegen Kasachstan und in Dänemark sollen nach Wunsch des Verbandes interimsweise Daums bisherige Assistenztrainer an der Seitenlinie stehen. "Ich habe mich mit den Verantwortlichen auch sehr intensiv über mögliche Nachfolger ausgetauscht. Aber so schnell ist jetzt nur sehr schwer jemand zu bekommen", sagte Daum. Demnach wolle der FRF definitiv einen Rumänen als nächsten Chefcoach, wie auch von den rumänischen Medien und Fans gefordert. Ex-Nationalspieler. Dan Petrescu (49) wird als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge gehandelt.

Bereut hat Daum sein Engagement laut eigener Aussage nicht. Probleme sieht er in der Struktur des rumänischen Fußballs. "Der Druck ist hoch, gerade von vielen Vereinen. Die wollen ihre Spieler in der Nationalmannschaft platzieren, um sie teuer zu verkaufen. Ich habe das nie mitgemacht, ich bin unabhängig", sagte er. Seine Zukunft ließ Daum offen. "Es gibt Anfragen, aber vielleicht warte ich auch erst mal bis zum Herbst ab, was sich ergibt. Denn Sie wissen ja: im Herbst fallen die Blätter und die Trainer."

Fußball, Jonas Hector: Der 1. FC Köln muss in den kommenden Wochen auf Jonas Hector verzichten. Wie eine medizinische Untersuchung am Freitag ergab, hat sich der Confed-Cup-Sieger im Europa-League-Spiel beim FC Arsenal (1:3) einen Riss der Syndesmose zugezogen. Der 27-Jährige war am Donnerstag in der 35. Minute der Partie ausgewechselt worden. "Das tut mir persönlich natürlich sehr, sehr leid für Jonas", wurde FC-Cheftrainer Peter Stöger in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Fußball, Fünjahreswertung: Nach dem schwachen Start in die Europapokal-Saison hat Deutschland in der Fünfjahreswertung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) den zweiten Platz an England verloren. Die Briten erreichten 1,572 Wertungspunkte, die Bundesliga nur 0,571. Damit sind die vier Startplätze in der Champions-League-Saison 2019/20 nicht gefährdet, aber als Warnsignal muss der Verlust des jahrelang zementierten zweiten Platzes hinter Spanien schon gedeutet werden. Mit nur 2,428 Punkten in diesem Jahr liegt Deutschland sogar nur auf Rang 21 in Europa - hinter Ländern wie Österreich, Griechenland oder sogar Zypern und Israel. Das liegt daran, dass die "kleinen" Länder nur wenige, aber erfolgreiche Mannschaften am Start haben. Der Vorsprung auf Italien (4,166) beträgt jetzt auch nur noch 0,916 Punkte. Da Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aber als ehemaliger Vorsitzender der Vereinigung der Profivereine durchgesetzt hat, dass in Zukunft die vier Besten der Fünfjahreswertung vier Startplätze in der Champions League garantiert haben, kann die Bundesliga weiter mit Millionen planen.

Von sechs deutschen Mannschaften in den Pokalwettbewerben der Uefa feierte nur der FC Bayern München beim 3:0 gegen den RSC Anderlecht in der Champions League einen Sieg. RB Leipzig musste sich mit einem 1:1 gegen die AS Monaco begnügen, Borussia Dortmund verlor bei Tottenham Hotspur 1:3. In der Europa League holte Hertha BSC beim 0:0 gegen Athletic Bilbao als einzige deutsche Mannschaft einen Punkt. Der 1. FC Köln, der 1:3 beim FC Arsenal unterlag und die TSG 1899 Hoffenheim, die 1:2 gegen Sporting Braga verlor, gingen leer aus.

Tennis, Karriereende: Der frühere Davis-Cup-Spieler Benjamin Becker (36) hat seine Karriere als Tennisprofi beendet. "Das war keine kurzfristige Entscheidung, sondern eher ein schleichender Prozess", sagte Becker im Interview mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB): " Die Verletzungen haben sich zuletzt gehäuft, ich bin in der Rangliste abgerutscht und konnte einfach nicht mehr so trainieren, wie es notwendig wäre, um auf der Tour gut mitzuhalten."

Den größten Erfolg seiner Laufbahn feierte der gebürtige Saarländer, der seit seiner College-Zeit in den USA lebt, beim Turniersieg 2009 im niederländischen 's-Hertogenbosch auf Rasen. Internationale Bekanntheit erlangte er durch den Sieg über Andre Agassi bei den US Open 2006, mit dem er die Karriere des Publikumslieblings aus den USA beendete. In Zukunft will sich der Vater zweier Söhne seiner Familie widmen, mit der er in Dallas wohnt. Zudem steht er vor dem Abschluss seines Management-Studiums und will danach die Tennis-Mannschaft der Universität als sogenannter "Volunteer Assistant Coach" unterstützen.

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