FC Barcelona:Der Joker

November 7, 2020, Barcelona, Spain: 7th November 2020; Camp Nou, Barcelona, Catalonia, Spain; La Liga Football, Barcelo

Fühlte sich nach 45 Minuten als Bankhocker prächtig: Lionel Messi.

(Foto: Joma Garcia/imago images)

Lionel Messi kommt von der Bank und avanciert zum Matchwinner. Überschattet wird das Spiel von einer Verletzung.

Eine Halbzeit reicht Lionel Messi noch immer locker, um ein Spiel zu drehen. Den Beweis führte er am Samstag in der Partie gegen Betis Sevilla, die für ihn mit Maske und Abstand auf einem einsamen Platz auf der Tribüne begann. Ronald Koeman, Trainer des FC Barcelona, hatte den sechsmaligen Weltfußballer zunächst auf die Bank beordert. Kaum eingewechselt, unterstrich Messi beim 5:2 (1:1) per Handelfmeter in der 61. Minute sowie mit einem brillanten Treffer (82. Minute), dass er Barças Spiel wie kein anderer Vitalität und Glanz verleihen kann.

Um Missverständnissen vorzubeugen, betonte Koeman, dass Messis Fehlen in der Startaufstellung keinesfalls als Nichtachtung des Meisters zu verstehen sei, sondern, im Gegenteil, als schöpferische Pause zur Steigerung der Spielkultur: "Leo hat das Champions-League-Spiel gegen Kiew mit Problemen beendet", berichtete der niederländische Coach, "er war nicht in der Verfassung, um von Anfang an zu spielen. Wir haben uns abgesprochen, dass er ins Spiel kommt, wenn er sich gut fühlt."

Und offenbar fühlte sich Messi nach 45 Minuten als Bankhocker prächtig: Mit seiner Einwechselung kam Schwungs ins zähe Spiel. Zwar hatte Ousmane Dembele (22.) das 1:0 für Barcelona erzielt. Doch sein französischer Landsmann Antoine Griezmann scheiterte zehn Minuten später mit einem Foulelfmeter an Claudio Bravo. Kurz vor dem Pausenpfiff glich Antonio Sanabria (45.+2) für die Andalusier zum 1:1 aus - es drohte der nächste Rückschlag für die Katalanen. Angetrieben von Messi jedoch besann sich Barça nun auf seine Qualitäten: Der zuletzt oft gescholtene Griezmann (49.) traf doch noch zum 2:1, es folgten Messis beide Tore. Dann stellte Pedri kurz vor Schluss den Endstand her.

Überschattet wurde das Spiel von einer Verletzung Ansu Fatis, eines der größten Talente des Klubs. Der 18-Jährige erlitt einen Meniskusriss im linken Knie. Wie lange der spanische Nationalspieler ausfallen wird, ist unklar. In der Primera Division ist Barcelona trotz des Sieges abgeschlagen, in der Champions League gewannen die Katalanen dagegen ihre drei Gruppenspiele.

Die Erkenntnis der Partie? Die ist schon vorher allgemein bekannt gewesen: "Messi ist immer die Lösung", erklärte die Zeitung Sport aus Barcelona.

© SZ vom 09.11.2020 / SZ, sid
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