Eisschnelllauf:Leidenschaftlicher Antreiber

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Eisschnelllauf: "Großer Sportsmann, der sich leidenschaftlich für die Entwicklung des deutschen Eisschnelllaufsports eingesetzt hat": Markus Eicher.

"Großer Sportsmann, der sich leidenschaftlich für die Entwicklung des deutschen Eisschnelllaufsports eingesetzt hat": Markus Eicher.

(Foto: Camera 4/Imago)

Der deutsche Eisschnelllauf-Sport trauert um seinen langjährigen Bundestrainer Markus Eicher, der von seiner Heimat Inzell aus eine goldene Ära geprägt und in Anni Friesinger-Postma eine Weltklasse-Athletin geformt hat.

Von Sebastian Winter

Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft trauert um ihren langjährigen Bundestrainer Markus Eicher. Wie die DESG am Dienstag mitteilte, starb der gelernte KfZ-Mechaniker im Alter von 67 Jahren. "Die DESG trauert um einen großen Sportsmann, der sich leidenschaftlich für die Entwicklung des deutschen Eisschnelllaufsports eingesetzt hat", schrieb der Verband. Eicher war selbst ein sehr passabler Eisschnellläufer, 1976 und 1977 gewann er den nationalen Mehrkampftitel. 1980 verpasste er knapp die Teilnahme an den Olympischen Spielen, daraufhin beendete er seine sportliche Laufbahn. Doch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der gebürtige Inzeller vor allem als Bundestrainer und Coach von Anni Friesinger-Postma, mit der er schon im Nachwuchsbereich arbeitete.

"Sei nun frei ohne Schmerzen. Ich denk an die schönen Zeiten zurück...", schreibt Friesinger-Postma bei Instagram

Friesinger-Postma gewann unter seiner Anleitung dreimal Olympiagold und 16 Weltmeistertitel, außerdem sicherte sich Stephanie Beckert mit Eicher an der Bande 2010 in Vancouver zweimal olympisches Silber und Gold mit der Mannschaft. Eicher war von 1985 an Stützpunkttrainer in seinem Heimatort Inzell, von 1996 an prägte er als Bundestrainer dann eine goldene Ära des deutschen Eisschnelllaufs. Aus gesundheitlichen Gründen stellte der Vater von drei Söhnen sein Amt als Bundestrainer nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi zur Verfügung, blieb seinem Sport als Stützpunktleiter in Inzell aber weiter verbunden, außerdem leitete er Kindergartenkurse und initiierte Vereinskooperationen mit Schulen.

Sein Ziel sei es gewesen, wie der DEC Inzell mitteilte, "eine neue Anni Friesinger wiederzuentdecken und die deutschen Damen wieder zur Nummer 1 in der Welt zu machen. Er hinterlässt im Sport und menschlich eine große Lücke und wird beim DEC Inzell unvergessen bleiben".

Eicher zog sich in den vergangenen Jahren auch aufgrund einer Krebserkrankung weitgehend zurück. "Lieber Markus, dein jahrelanger Kampf wurde nicht belohnt... Sei nun frei ohne Schmerzen. Ich denk an die schönen Zeiten zurück...", schrieb Anni Friesinger-Postma bei Instagram.

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