Eishockey WM 2017 in Köln und Paris

In vier Jahren werden sich die besten Eishockeyspieler der Welt in Deutschland messen. Die gemeinsame Bewerbung für die WM 2017 mit Frankreich erhielt den Zuschlag. Das Finale und die Spiele der deutschen Mannschaft werden in Köln ausgetragen.

Drei Tage nach dem unglücklichen WM-Aus der Eishockey-Nationalmannschaft jubelten doch noch die Deutschen: Die Weltmeisterschaft 2017 wird in Köln und Paris ausgetragen. Die gemeinsame Bewerbung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit Frankreich erhielt am Freitag beim Kongress des Weltverbandes IIHF in Stockholm den Zuschlag. Das Projekt "ensemble pour 2017" der beiden Nachbarländer setzte sich bei der Abstimmung gegen Dänemark und Lettland durch, die ebenfalls zu zweit angetreten waren.

DEB-Generalsekretär Franz Reindl hatte in den vergangenen Tagen unzählige Hände geschüttelt, Small Talk betrieben und zu überzeugen versucht - mit Erfolg. Die Delegierten stimmten mit 63:45 Stimmen für die deutsch-französische Bewerbung. "Es fällt eine unglaubliche Anspannung von uns ab. Darauf habe wir lange hingearbeitet. Wir waren noch bis tief in die Nacht unterwegs, um Präsenz zu zeigen. Das war auch wichtig, denn die Entscheidung war doch knapp", sagte DEB-Präsident

Uwe Harnos dem SID. Im DEB kann man nun beruhigter für die Zukunft planen. "Wir haben gesicherte Einnahmen, das ist wichtig für zusätzliche Maßnahmen, die wir jetzt durchführen können. Auch die Sponsorensuche wird dadurch einfacher", so Harnos weiter. Im nächsten Jahr laufen mehrere Sponsorenverträge aus. 500.000 bis 600.000 Zuschauer werden vom 5. bis 21. Mai 2017 erwartet, das gemeinsame Budget beträgt 25 Millionen Euro. Es ist die achte Eishockey-WM in Deutschland nach 1930, 1955, 1975, 1983, 1993, 2001 und 2010, wo Deutschland unter dem damaligen Bundestrainer Uwe Krupp Vierter geworden war.

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Gespielt wird in der Arena in Köln, die 18.500 Zuschauer fasst und bereits 2001 und 2010 Hauptspielort war, und im Palais Omnisport in Paris-Bercy (15.000). Die französische Hauptstadt beheimatet die Vorrundengruppe B mit der Equipe Tricolore sowie zwei Viertelfinals. In Köln spielt die Gruppe A mit der DEB-Auswahl. Nach den zwei anderen Viertelfinals finden Halbfinale, Spiel um Platz drei und das Endspiel ebenfalls am Rhein statt.

Der Zuschlag hat für den DEB auch große wirtschaftliche Bedeutung. Der Verband ist auf die Erlöse aus Heimweltmeisterschaften angewiesen, um im derzeitigen Umfang weiterarbeiten zu können. Hätten diese Einnahmen gefehlt, hätten Maßnahmen gestrichen werden müssen. Denn die Finanzsituation ist angespannt. Weil die Männer-Nationalmannschaft die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi verpasst hat, droht eine Kürzung der Fördergelder des Bundesinnenministeriums. Da die WM in zwei Ländern ausgetragen wird, entfällt das bisherige Problem mit dem zweiten, wenig lukrativen Spielort, an dem die DEB-Auswahl nicht spielt. "Der zweite Standort war immer schwer zu refinanzieren", gab Uwe Harnos zu.

Kein Thema ist ein neues Eishockey-Spektakel auf Schalke. "Es gab Gedankenspiele", sagte Harnos, doch eine Wiederholung des damaligen Weltrekordspiels vor 77.803 Zuschauern im Gelsenkirchener Fußballstadion kam letztlich doch nicht infrage: "Es war eine einmalige Geschichte, die man nicht wiederholen kann." Die nächsten drei Weltmeisterschaften finden jeweils in nur einem Land statt. 2014 ist Weißrussland mit Minsk Gastgeber, 2015 Tschechien mit Prag und Ostrau, 2016 Russland mit Moskau und St. Petersburg.

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