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Eintracht Frankfurt:Der Klingelton

Frankfurts Trainer Armin Veh ist ein ziemlich lässiger Typ, der gerne laut lacht. Manchmal schmeißt er seinen Job einfach hin. Und schämt sich hinterher nicht dafür.

Armin Veh gehört mit 54 Jahren zwar zu den älteren Trainern in der Liga, aber seine Klamotten kauft er wahrscheinlich in derselben Abteilung wie die jugendlichen Anhänger von Eintracht Frankfurt. Manchmal hat er lässig schlabbernde Hosen an, auf die auch seine Spieler stolz wären, und wenn er das Hemd offen hat, sieht man eine Kette blitzen. Er ist ein cooler Typ. Armin Veh lacht viel, laut und manchmal ein bisschen dreckig, und die besten seiner Lacher hätte man gerne als Klingelton auf dem Handy. Wenn man Veh so sieht und hört, dann wirkt er, als könne ihn nichts auf der Welt erschrecken, als hätte er für alles eine Lösung. Aber das täuscht.

Im November ist Armin Veh als Trainer beim VfB Stuttgart zurückgetreten, weil er nicht mehr weiter wusste. Er ist vor vielen Jahren schon mal zurückgetreten, in Rostock, es gehört zu Vehs Charakter, dass er sich dafür nicht schämt. Andere Trainer würden es als Niederlage begreifen, wenn ihre Mannschaften häufig verlieren, Trainer sind ja dafür da, Niederlagen zu verhindern. So denken viele im Fußball: Wenn eine Mannschaft verliert, hat der Trainer versagt. Veh denkt nicht so. Er denkt: Okay, wenn's hier nicht läuft, dann höre ich halt auf. Dann soll halt ein anderer kommen, der's besser macht.

Veh ist seit 25 Jahren Trainer, er war in Rostock, Augsburg, Wolfsburg und Hamburg, zweimal in Stuttgart, 2007 sogar deutscher Meister, auch in Frankfurt ist er jetzt schon zum zweiten Mal. Der Bundesliga würde etwas fehlen ohne Armin Veh, er gehört dazu. Und das Beste an Armin Veh, neben seinem herrlich dreckigen Lachen, ist ja dies: Er hat zwar nicht immer Erfolg, aber er ist ein verdammt guter Trainer. Sonst würden ihn die Vereine nicht immer wieder holen.