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DFL:Gespräche über Geisterspiele

Die 36 Klubs der ersten und zweiten Liga dürfen sich leise Hoffnungen auf eine baldige Fortsetzung der Bundesliga-Saison mit Geisterspielen machen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kündigte Gespräche in der kommenden Woche an, die Deutsche Fußball Liga (DFL) diskutiert intern schon über Rahmenbedingungen für den weiteren Spielbetrieb ohne Fans. Auf Anfrage bestätigte die DFL, dass das Thema Geisterspiele auf der Mitgliederversammlung der Klubs zur Sprache gekommen sei, eine finale Entscheidung gebe es allerdings nicht.

Wie die Bild-Zeitung berichtete, sollen in jedem Stadion bei weiteren Geisterspielen inklusive beider Mannschaften und dem Ordnungspersonal nur 239 Personen erlaubt sein, davon 126 im Innenraum. So dürfte jedes Team noch von acht Trainern, Betreuern und Ärzten begleitet werden, außerdem wären nur vier Balljungen in den leeren Stadien zugelassen. 36 Personen würden eine normale TV-Übertragung gewährleisten, insgesamt 70 Ordnerinnen und Ordner vor den Arenen Fan-Treffen verhindern. Als Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln das vorerst letzte Bundesligaspiel am 11. März vor leeren Rängen austrugen, waren etwa 600 Personen im Stadion. Hunderte Gladbach-Fans feierten vor der Arena.

"Ich kann mir für diese Saison keine Spiele mit Publikum mehr vorstellen. Minimum bis zum Sommer werden wir Spiele ohne Publikum haben, wenn wir überhaupt Spiele haben", sagte Laschet (CDU) und verwies auf einen nötigen Konsens zwischen DFL, Ländern und den Verantwortlichen. Die nächste Mitgliederversammlung der DFL steht am 17. April auf dem Programm. Der deutsche Profifußball pausiert mindestens bis zum 30. April, dann soll, sofern es die Richtlinien der Politik zulassen, wieder gespielt und die Saison bis zum 30. Juni beendet werden.

Bei einer Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen wären die 36 Profiklubs umso mehr von den TV-Geldern abhängig. Es soll Verhandlungen zwischen DFL und TV-Rechteinhaber Sky über Vorauszahlungen an die Vereine geben, um mehr als 300 Millionen Euro soll es gehen. Der Kicker hatte zuletzt berichtet, dass 13 der 36 Klubs akut von Insolvenz bedroht sein sollen. Die Vereine sind dringend auf die vierte und letzte Rate aus dem TV-Vertrag angewiesen. Eine Zahlung bereits im April würde den Klubs die benötigte Luft verschaffen.

© SZ vom 08.04.2020 / SID

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