bedeckt München 23°

DFB-Team:Hummels fehlt beim Training

World Cup 2014 - Beim Barte des Profis

Einsatz eher unwahrscheinlich: Mats Hummels plagt weiter eine Verletzung.

(Foto: dpa)

Der Einsatz des angeschlagenen Verteidigers gegen Ghana wird immer unwahrscheinlicher. Spaniens Verband will Trainer Vicente del Bosque trotz des frühen WM-Aus weiterbeschäftigen. Der ivorische Nationalspieler Serey Dié weint vor dem Gruppenspiel gegen Kolumbien, weil sein Vater kurz zuvor verstorben ist.

DFB-Elf, Verletzung: Bundestrainer Joachim Löw bangt vor dem zweiten WM-Gruppenspiel am Samstag (21.00 Uhr/SZ-Liveticker) in Fortaleza gegen Ghana weiter um den Einsatz von Abwehrspieler Mats Hummels. Der 25 Jahre alte Dortmunder konnte auch am Donnerstag wegen seiner Verletzung am rechten Oberschenkel nicht am Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Santo André teilnehmen. Hummels absolvierte stattdessen eine individuelle Einheit auf dem Fahrrad und wurde intensiv behandelt. Man könne derzeit noch keine Prognose für das Ghana-Spiel stellen, sagte Pressechef Jens Grittner am Donnerstag. Per Mertesacker geht jedoch davon aus, "dass Mats am Samstag spielen kann". Neben Hummels ist auch noch Jerome Boateng angeschlagen. Der Münchner trainierte aber trotz seiner Daumenverletzung. Er wird am Samstag mit einer Schiene am Daumen auflaufen können.

Spanien, Vicente del Bosque: Der spanische Fußball-Verband RFEF hat seinen Wunsch bekräftigt, den bis 2016 laufenden Vertrag mit Trainer Vicente del Bosque trotz des vorzeitigen Ausscheidens bei der WM in Brasilien zu erfüllen. "Ich möchte, dass er weitermacht. Er hat seinen Rücktritt noch nicht eingereicht. Und falls er es tut, werden wir ihn bitten, zu bleiben. Es gibt keinen Besseren", sagte Generalsekretär Jorge Pérez dem spanischen Radiosender Cope. Er habe allerdings nach dem 0:2 gegen Chile am Mittwoch, das das Aus für den Titelverteidiger bedeutete, noch nicht mit del Bosque über dessen Zukunft gesprochen, fügte Pérez an. Das wolle er erst nach der Rückkehr der spanischen Delegation nach dem dritten Gruppenspiel gegen Australien tun. Del Bosque betreut die spanische Auswahl seit 2008. Nach dem Spiel gegen Chile hatte er betont, es werde alles auf den Prüfstand kommen - auch seine Position.

Elfenbeinküste, Serey Dié: Der ivorische Nationalspieler Serey Dié hat beim Abspielen der Hymne vor dem Gruppenspiel gegen Kolumbien am Donnerstag (1:2) wegen eines traurigen Anlasses geweint. Der Vater des Mittelfeldspielers vom FC Basel war zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie verstorben. Das bestätigte der ivorische Trainer Sabri Lamouchi in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Vor dem Anstoß nahmen die Teamkollegen den 29-Jährigen auf dem Feld in die Arme. Dié zeigte trotz der schlimmen Nachricht eine ordentliche Leistung. Allerdings unterlief ihm vor dem Treffer zum 0:2 im Mittelfeld ein Ballverlust.

Iran, Carlos Queiroz: Der Portugiese Carlos Queiroz wird nach der WM als Nationaltrainer des Irans zurücktreten und ein afrikanisches Team übernehmen. Dies bestätigte der 61-Jährige portugiesischen Medienvertretern am Donnerstag. Er wolle Geschichte schreiben, in dem er vier verschiedene Mannschaften zu einer WM-Endrunde führt. Vor dem iranischen Team hatte Queiroz mit Portugal (2010) und Südafrika (2002) an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. "Mein Vertrag läuft aus und ich habe mich dazu entschieden, nicht zu bleiben. Es war eine Zeit voller Liebe und man hat mich auch gefragt, ob ich weitermachen möchte", sagte Queiroz, der das Amt 2011 übernommen hatte. Am Ende habe es im Verband an den notwendigen Finanzen gefehlt. Der Iran hatte zum WM-Auftakt gegen Nigeria ein Remis geholt (0:0). Im zweiten Gruppenspiel trifft das Team am Samstag (18.00 Uhr in Belo Horizonte auf Argentinien.

Schiedsrichter, DFB-Team: Der Brasilianer Sandro Ricci ist vom Weltverband Fifa als Schiedsrichter für das zweite WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (21.00 Uhr MESZ) in Fortaleza gegen Ghana benannt worden. Assistiert wird der 39-Jährige dabei von seinen Landsleuten Emerson Augusta de Carvalho und Marcelo van Gasse. Ricci, der im Dezember 2013 das Finale der Klub-WM zwischen Bayern München und Raja Casablanca gepfiffen hatte, schrieb Geschichte, als er am Sonntag beim Spiel Frankreich gegen Honduras (3:0) erstmals auf die Torlinientechnik GoalControl zurückgegriffen hatte.

Kroatien, Verletzung: Bundesliga-Stürmer Ivica Olic hat beim Sieg der kroatischen Nationalmannschaft gegen Kamerun (4:0) am Mittwoch noch mehr Kampfgeist bewiesen als sonst. Der Wolfsburger spielte trotz einer Schnittwunde am Fuß, die er sich am Tag des Spiels an der zerbrochenen Glastür seiner Duschkabine zugezogen hatte - und traf zum wegweisenden Führungstreffer. Olic nahm es mit Humor: "Zum Glück habe ich meinen rechten Fuß nicht so viel gebraucht." Die nächsten Tage muss der 34-Jährige aber möglicherweise mit dem Training aussetzen.

Portugal, Sperre: Innenverteidiger Pepe ist nach seiner Roten Karte beim 0:4 zum WM-Auftakt gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für ein Spiel gesperrt worden. Das erklärte sein Teamkollege Beto auf der Pressekonferenz der Portugiesen am Mittwoch. Vom Weltverband Fifa gab es ebenso keine Bestätigung wie vom portugiesischen Verband FPF. Der Abwehrspieler des Champions-League-Siegers Real Madrid fehlt somit nur im zweiten Vorrundenspiel am Sonntag (18.00 Uhr OZ/Montag, 00.00 Uhr MESZ/ZDF) gegen die USA. Pepe war nach einer Tätlichkeit gegen Thomas Müller vom serbischen Schiedsrichter Milorad Mazic vom Platz gestellt worden.

Thomas Müller, Kritik: Teammanager José Mourinho vom Champions-League-Halbfinalisten FC Chelsea hat den Hype um den deutschen Fußball-Nationalspieler Thomas Müller relativiert. "Ich möchte Müller gegen eine kompakte Defensive sehen. Dann ist er gefordert. Portugal war doch viel zu schwach", sagte Mourinho im Interview bei Yahoo Eurosport: "Es gibt einige Mannschaften bei dieser WM, die viel besser verteidigen, die dichter und gestaffelter und nicht so hoch stehen." Müller hatte zum Auftakt in Brasilien gegen Portugal (4:0) mit drei Toren geglänzt. Natürlich bekam er dafür vom Portugiesen Mourinho auch Lob.

"Müller ist unglaublich dynamisch. Er hat einen einzigartigen Torinstinkt, und er findet Räume auf dem Platz, die keiner anderer kennt", sagte der 51-Jährige. Dennoch: "Ich bleibe dabei. Deutschland hat trotz Thomas Müller keinen echten Stürmer in der ersten Elf." Die Kritik an Müllers Teamkollegen Mesut Özil kann Mourinho nicht verstehen. "Özil ist Özil. Man darf von ihm nicht erwarten, dass er zwischen den beiden Torauslinien hin und her läuft und Kilometer macht. Dass er der große emotionale Leader dieser Mannschaft ist und alle mitreißt mit seiner aggressiven Art", betonte Mourinho: "Nein, das ist nicht Mesut. Özil ist jemand, der den Ball lächeln lässt. Er ist ein sehr sensibler Junge. Er braucht das Vertrauen der anderen. Die müssen an ihn glauben."

© Süddeutsche.de/dpa/sid/jkn

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite