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Deutsches Davis-Cup-Team gegen Argentinien:Ferienzeit in Argentinien

Es wurde ein unglückliches Davis-CupComeback für den derzeit besten deutschen Tennisspieler. In der vergangenen Saison hatte Kohlschreiber wegen seines Streits mit dem damaligen Kapitän Patrick Kühnen gestreikt und war erst unter Kühnens Nachfolger Arriens zurück gekehrt. Und seine Niederlage ist ein Problem für den DTB. Man hatte diesmal seine Chance gewittert gegen die Argentinier, die ohne ihren Nationalhelden Juan Martín del Potro antreten. Jetzt wird es schwierig. Kohlschreiber fehlt angesichts seiner Blessur auch am Samstag im Doppel, das der Trostberger Christopher Kas nun mit Tobias Kamke aus Lübeck gegen David Nalbandian und Horacio Zaballos bestreitet.

Der 29-jährige Kohlschreiber hatte seinem Weltranglistenplatz 19 entsprechend besser begonnen als Berlocq, die Nummer 70. Später kam der nahezu gleichaltrige Argentinier besser ins Spiel, und der Deutsche baute in den Sätzen zwei und vier ab, was außer mit dem Wetter vielleicht ein bisschen mit dem argentinischen Fanblock zu tun hatte.

Dort sang und trommelte ein harter Kern mit hellblauweißen Fahnen und Trikots der Heimmannschaft wie beim Fußball, was allerdings nur in Ansätzen an andere Duelle erinnerte. Es lag ja stets auch am Krawall der temperamentvollen Gastgeber, dass die DTB-Männer in Argentinien bisher jedes Mal verloren haben. Doch diesmal saßen kaum 2000 Zuschauer auf den Tribünen und wehrten sich mit Käppis und Schirmen gegen Sonnenbrand und Sonnenstich.

Es ist Ferienzeit in Argentinien, viele Argentinier liegen am Strand. Andere mussten arbeiten, und den meisten war es ohne Klimaanlage ohnehin zu heiß. Große Namen hat dieses Match außerdem nicht zu bieten. Argentiniens neues Idol Martín del Potro macht beim Davis Cup in diesem Jahr nicht mit, nachdem sein Team in sechs Jahren drei Finals verloren hatte, zwei davon mit ihm.

Die Nummer 7 der Branche kümmert sich lieber um seine Einzelkarriere. Auch Tommy Haas fehlte, ihm war eine weitere Fernreise so kurz nach den Australian Open zu weit. So hätte die Auseinandersetzung auch im schöneren alten Stadion im Stadtteil Palermo stattfinden können statt im grauen Viertel Villa Soldati im Süden der Metropole.

Ansonsten wunderte sich Argentinien, dass die Deutschen beim Begrüßungsdinner das gute Steak und den Rotwein ausschlugen. Man habe schon wie gewohnt um 18.30 Uhr gegessen, erläuterte Arriens. Den Wein trinke man erst am Sonntag. Notfalls gegen den Frust.