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Der Freitag in Sotschi:Peter Liebers plötzlich Medaillenkandidat

Peter Liebers Sotschi 2014 - Eiskunstlauf

Peter Liebers freut sich über sein gelungenes Kurzprogramm.

(Foto: dpa)

Nach dem besten Kurzprogramm seiner Karriere geht der deutsche Eiskunstläufer aussichtsreich in die Kür. Bode Miller startet in der Super-Kombination einen neuen Anlauf und die deutschen Biathlon-Frauen hoffen auf eine Überraschung à la Erik Lesser. Die Tagesvorschau auf den Freitag.

Von Julian Beyer

Super-Kombination, Finale: Der Olympia-Tag mit einem offenen Rennen auf der Skipiste: Fünf Favoriten kämpfen in der Super-Kombination um Gold. Allen voran Bode Miller will es wissen. Der Amerikaner landete in der Abfahrt am Sonntag auf einem enttäuschenden achten Platz. In der Kombination aus Abfahrt (7 Uhr) und Slalom (12.30 Uhr) soll jetzt die Medaille her. Auch sein Landsmann Ted Ligety, der Franzose Alexis Pinturault und Ivica Kostelic aus Kroatien sind Titelaspiranten. Für die Österreicher ist der Abfahrts-Goldgewinner Matthias Mayer ein Kandidat. Vielleicht stehen im Ziel aber nicht nur die großen Namen auf der Anzeigetafel. Der Tscheche Ondrej Bank und der erst 21-jährige Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen fuhren im Training schneller als die fünf Favoriten. Aus Deutschland ist kein Sportler dabei.

Skilanglauf, Finale über 15 Kilometer: Dario Cologna ist Schweizer und heißt in seiner Heimat "Super Dario". Warum? Der 27-Jährige hat bereits Gold im Skiathlon und ist die Hoffnung der Eidgenossen, über 15 Kilometer klassisch seinen Titel aus Vancouver zu verteidigen. Auch Russlands Alexander Legkow und Marcus Hellner aus Schweden wollen aufs Treppchen. Für Deutschland starten ab 11 Uhr Tim Tscharnke, Jens Filbrich, Axel Teichmann und Hannes Dotzler.

Biathlon, Finale über 15 Kilometer: Vier Stunden nach den Langläufern geht es für die Biathletinnen in die Loipe des Laura Cross-Country Ski und Biathlon Centers. Die Deutschen stehen unter Beobachtung, haben sie doch die zwei bisherigen Rennen ordentlich verkorkst. Franziska Hildebrand ersetzt Andrea Hinkel, die sich für den Massenstart am kommenden Montag schonen will. Evi Sachenbacher-Stehle, Laura Dahlmeier und Franziska Preuß sind ebenfalls dabei. Die Favoritinnen sind Tora Berger aus Norwegen, Weltmeisterin und Olympiasiegerin in Vancouver, und die Weißrussin Darja Domratschewa.

Eiskunstlauf, Finale: Nach dem Drama um den am Rücken verletzten Jewgeni Pluschenko müssen die Russen auf ihren großen Helden im Eiskunstlaufen verzichten. Auch US-Meister Jeremy Abbott erwischte es im Kurzprogramm. Er prallte nach einem Sturz nach einem dreifachen Lutz heftig mit der rechten Hüfte auf das Eis und anschließend an die Bande. Sekundenlang blieb Abbott nahehzu regungslos liegen. Er lief zwar noch zu Ende, ist allerdings aus dem Kreis der Medaillenkandidaten ausgeschieden.

Der Ausfall macht den Weg frei für die Konkurrenz. Nach dem Kurzprogramm führt Yuzuru Hanyu aus Japan, knapp vor dem Kanadier Patrick Chan. Völlig unerwartet landete Peter Liebers aus Berlin auf dem fünften Platz. Nach dem besten Kurzprogramm seiner Karriere hat er plötzlich Medaillenchancen. Die Kür beginnt um 16 Uhr.

Skeleton, Finale: Elizabeth "Lizzy" Yarnold ist keine Frühaufsteherin. "I hate early mornings", schreibt die Britin in ihrem Olympia-Blog. Gut, dass der dritte und vierte Lauf im Skeleton erst für 18 Uhr bzw. 19.40 Uhr Ortszeit anstehen (15 bzw. 16.40 Uhr MEZ). Yarnold liegt nach zwei Läufen auf Platz eins. Die US-Athletin Noelle Pikus-Pace und Elena Nikitina aus Russland können ihr die Goldmedaille aber noch gefährden. Anja Huber liegt als beste Deutsche auf dem siebten Platz. Den Rückstand von 0,86 Sekunden auf den Bronzerang nimmt sie optimistisch: "Mit Aufholjagden kenne ich mich ja aus", sagt Huber und erinnert an ihre Bronzemedaille in Vancouver, als sie erst im letzten Lauf den Sprung aufs Treppchen schaffte. Sophia Griebel und Marion Thees liegen auf den Plätzen neun und zehn.

Ski-Freestyle, Finale: Für die Frauen geht es ab 18.30 Uhr (MEZ) auf die große Sprungschanze. Bei den "Aerials" gewinnen die schönsten Kunstsprünge. Favoritin ist die Chinesin Li Nina. Für Sotschi kehrte die 31-Jährige extra aus dem Ruhestand auf die Piste zurück. Ninas Erfolge im Weltcup zeigen, dass sie es immer noch drauf hat. Die Konkurrenz kommt mit Weltmeisterin Xu Mengtao aus dem eigenen Land, auch die australischen Teilnehmerin sind stark. Deutsche Fahrerinnen sind bei den Aerials nicht vertreten.

Curling, Vorrunde: Die deutschen Curler haben viermal gespielt - und viermal verloren. Gegen die USA soll endlich der erste Sieg her. Um die Misserfolge zu verkraften, spazierte die deutsche Mannschaft am freien Donnerstag ohne Handy durch den Kaukasus. Ob's was gebracht hat, zeigt sich ab 6 Uhr. Zehn Stunden später müssen die Deutschen wieder ran, dann ist der Gegner die Schweiz. Das Spitzenspiel steigt zwischen den bislang ungeschlagenen Chinesen und Norwegen.

Eishockey, Vorrunde: Der zweite Spieltag der Männer wird ab 9 Uhr fortgesetzt. Ein spannendes Duell verspricht die Partie Schweden gegen die Schweiz ab 13.30 Uhr im Bolschoj Ice Dome.

Skeleton, 1. und 2. Lauf: Martins Dukurs heißt der lettische Felix Loch, wenn es um sichere Medaillen geht. Dukurs ist Europameister, mehrmaliger Weltmeister und Weltcupsieger. Nur Olympisches Gold konnte er noch nicht gewinnen. Alexander Tretiakov aus Russland will auf seiner Heimbahn im Sanki Sliding Center gleiches erreichen. Für Deutschland gehen Alexander Kroeckel und Frank Rommel an den Start. Erwischen die beiden einen guten Tag, gibt es auch in dieser Disziplin Chancen auf eine Medaille. Der erste Lauf beginnt um 13.30 Uhr, um 15 Uhr folgt der zweite. Die Entscheidung fällt am Samstag.

Skispringen, Qualifikation: Nach seinem Sturz von der Normalschanze geht es für den deutschen Skispringer Severin Freund auf die große Schwester. Von der Großschanze soll es am Samstag endlich was werden mit der Medaille. "Es gibt hier noch etwas zu holen, deshalb wird weiter gekämpft", sagt Freund. Richard Freitag, Marinius Kraus, Andreas Wank und Andreas Wellinger sind ebenfalls dabei. Die Qualifikation um 18.30 Uhr gilt als Formsache.

Mit Material von dpa und SID

© SZ.de/hum

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