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Bundesliga:Pause bis 30. April

Die Liga ringt um eine Fortsetzung der Saison und Vereine um die Existenz, beim FC Bayern und beim BVB verzichten Spieler auf Gehalt.

Am Dienstag beriet das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise, die alle Erst-und Zweitligisten vor größte Herausforderungen stellt. Nach der Videokonferenz empfahl die DFL-Spitze, die aktuell gültige, aber illusorisch kurze Ligaspielpause (nur bis 2. April) bis zum 30. April zu verlängern. Formell beschließen soll dies nächsten Dienstag die Generalversammlung der 36 Klubs. Zudem entschied das Präsidium, die Neuvergabe der Medienrechte für die Saisons 2021/22 bis 2024/25 von Anfang Mai auf Mitte Juni zu verschieben. Die Liga erhofft sich von der Ausschreibung Rekorderlöse, doch angesichts der akuten wirtschaftlichen Sorgen vieler Interessenten könnten auch hier unerwartete Abstriche drohen.

Priorität für die Existenzsicherung der Vereine hat weiterhin, "dass wir die Saison bis 30. Juni zu Ende spielen wollen, soweit dies rechtlich und selbstverständlich gesundheitlich zulässig ist", teilte die DFL mit. Die Liga hofft, dass trotz strenger Corona-Vorschriften und skeptischer Prognosen führender Virologen noch zeitig genug zumindest wieder "Geisterspiele" zugelassen werden. Für dieses Nahziel arbeite man "unter Hochdruck an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt - der Situation geschuldet - auch ohne Zuschauer und mit einem Minimaleinsatz von Arbeitskräften (im Stadion) durchzuführen".

Fredi Bobic, Sportchef von Eintracht Frankfurt, schlägt vor, dass in einigen Wochen notfalls sogar "täglich Spiele" stattfinden sollen: "an jedem Abend, von Montag bis Sonntag Prime-Time. Das wäre auch lukrativ für die TV-Anbieter, betonte Bobic (Bild). Nur, wenn die restlichen Spieltage absolviert werden, können die Bundesligisten ihre Vertragspflichten gegenüber TV-Sendern und Sponsoren erfüllen. Bei einem Abbruch der Saison droht den Klubs aus diesem Haupteinnahme-Topf ein Verlust von 770 Millionen Euro.

Für kurzfristige finanzielle Entlastung sorgen bei immer mehr Vereinen intern verabredete Gehaltsabstriche. Beim Branchenführer FC Bayern sind Spieler und Führungskräfte laut dpa damit einverstanden, dass ihre Bezüge um 20 Prozent gekürzt werden. In schwierigen Zeiten will auch der Rekordmeister ein Zeichen der Solidarität setzen - und negative Folgen der Krise für die Mitarbeiter vermeiden.

Auch bei Borussia Dortmund verzichten die Profis auf einen Teil ihrer Gehälter. Dies bestätigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der ebenso wie Trainer Favre sowie die Sportchefs Zorc und Kehl auch selbst Einbußen in Kauf nimmt. Angeblich wurde den BVB-Spielern ein Stufenmodell vorgelegt: Finden Geisterspiele statt, werden 10 Prozent der Bezüge einbehalten; ohne Spiele gibt es 20 Prozent weniger.

Schalke 04 plant ein "Maßnahmenpaket" gegen die Krise, um 650 Arbeitsplätze zu sichern: "Ich halte nichts davon, wegen öffentlichem Interesse vorschnell Einzelmaßnahmen zu platzieren", sagte Vorstand Alexander Jobst (WAZ). Dass es aber ebenfalls einen Gehaltsverzicht der Spieler geben wird, bestätigte Jobst. Auch bei Werder Bremen, Bayer Leverkusen sowie bei den Zweitligisten VfB Stuttgart und VfL Bochum zeichneten sich am Dienstag freiwillige Gehaltskürzungen ab.

© SZ vom 25.03.2020 / sz, dpa
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