Boxen:Joshua verliert alle Titel

Anthony Joshua v Oleksandr Usyk - Heavyweight Title Fight

Oleksandr Usyk (rechts) besiegt Anthony Joshua und hält nun die WM-Gürtel von WBA, WBO, IBF und IBO.

(Foto: Julian Finney/Getty Images)

Der Ukrainer Oleksandr Usyk bezwingt den bisherigen Schwergewichtschampion vor 60 000 Fans in London klar nach Punkten. Damit ist das Duell um alle WM-Gürtel zwischen Joshua und Tyson Fury vorerst geplatzt.

Anthony Joshua nahm das klare Urteil der Punktrichter mit einem Achselzucken zur Kenntnis, der neue Schwergewichtskönig Oleksandr Usyk ließ sich mit seinen vier Weltmeister-Gürteln feiern. Vor 60 000 Fans im Fußballstadion von Tottenham Hotspur wurde der Ukrainer zum Partycrasher und holte in einem hochklassigen Kampf einen einstimmigen Punktsieg. Joshua verlor hingegen zum zweiten Mal nach 2019 die WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO, IBF und IBO.

Usyk war bereits im Cruisergewicht Vierfach-Weltmeister, wechselte 2019 in die Königsklasse des Boxens. Beim Open-Air-Spektakel in London jubelte Box-Idol Witali Klitschko am Ring über den Triumph seines Landsmanns, der sich nun zu den größten Boxern der Geschichte zählen darf. Joshua hatte im Juni 2019 in New York bereits überraschend gegen Andy Ruiz jr. verloren, sich die Titel aber ein gutes Jahr später zurückgeholt. Mit Pflichtherausforderer Usyk ist eine Revanche ebenfalls vereinbart.

"Oleksandr Usyk war fantastisch. Es war keine großartige Leistung von AJ, er schaute mit zunehmendem Verlauf immer müder aus. Usyk hatte den perfekten Plan und hat Geschichte geschrieben", sagte Joshuas Promoter Eddie Hearn.

Für Usyk war es der 19. Sieg im 19. Kampf als Profi. Der herausragende Techniker hatte gegen Joshua klare Größen- und Gewichtsnachteile. Deshalb setzte der 34-Jährige gegen den drei Jahre jüngeren Weltmeister auf seine Schnelligkeit und überforderte Joshua damit sichtlich. Immer wieder drang Usyk mit seinen schnellen Kombinationen durch, dominierte den Kampf in den ersten vier Runden. Erst dann fing sich Joshua etwas und kam etwas aus seiner Passivität heraus. Doch in der finalen Phase war Usyk wieder voll da, während Joshua augenscheinlich nur noch auf die Schlussglocke wartete.

Mit dem Sieg Usyks ist das ersehnte Duell zwischen Joshua und seinem Landsmann Tyson Fury vorerst geplatzt. Der Vereinigungskampf mit dem WBC-Champion war bereits fixiert, ehe ein Gericht anordnete, dass Fury zunächst zum dritten Mal gegen Deontay Wilder boxen muss. Dieser Kampf wird am 9. Oktober in Las Vegas ausgetragen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB