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Borussia Mönchengladbach:Niederlage gegen Dauerläufer

Mainzer nutzen Gladbachs plötzliche Offensivschwäche.

André Schubert spürt den Gegenwind. Fünf Niederlagen in den vergangenen sechs Pflichtspielen haben erste Kratzer am Ruf des Trainers von Borussia Mönchengladbach hinterlassen. Der 44-Jährige, der im September Lucien Favre nach fünf verlorenen Spielen abgelöst hatte und dann mit sechs Siegen in Serie durchstartete, wünscht sich mehr Gelassenheit nach der zweiten Rückrunden-Niederlage. "Die Erwartungshaltung ist einfach riesig", sagte Schubert nach dem 0:1 (0:1) beim FSV Mainz 05. Beruhigung kann nur ein Sieg im Heimspiel am kommenden Freitag gegen Werder Bremen bringen.

Mit Offensivfußball begeisterte die Fohlen-Elf auch am Freitag in Mainz. Die Probleme liegen in der Defensive. 34 Gegentore sind für ein Team auf dem Weg ins internationale Geschäft zu viel. Auch beim Fernschuss zum 1:0 von Christian Clemens (21.) waren die Verteidiger Andreas Christensen und der Österreicher Martin Hinteregger bei seinem Startelfdebüt nur Zuschauer.

"Die Statistik ist mir wirklich egal. Wir halten den Kopf oben", erklärte Torhüter Yann Sommer. "Wir haben uns selbst geschlagen. Wir hatten mindestens einen Punkt verdient", schimpfte Harvard Nordtveit, der den gesperrten Granit Xhaka als Kapitän und im Mittelfeld vertrat.

Der FSV holt Stürmer Berggreen - und verleiht Niederlechner

In Rage war auch Max Eberl. Anstatt erneut über Löcher in der Abwehr zu sprechen, kritisierte der Gladbacher Sportdirektor lieber die Chancenverwertung. "Wir schaffen es nicht, den Punch zu setzen." Von einem Fehlstart will der Sportdirektor nach der zweiten Rückrunden-Niederlage aber nicht sprechen. "Es sind zwei Niederlagen, und das ärgert uns."

Die von Verletzungen und Sperren gebeutelten Borussen werden wohl weiter ihr Glück in der Offensive suchen. Viel bessere Chancen als in Mainz kann sich ein Team allerdings kaum herausspielen. Fahrlässig ging vor allem der Brasilianer Raffael damit um. "Wir machen im Moment als Mannschaft nicht das Tor", klagte Eberl.

Gladbachs Trainer zog den Hut vor der Lauf- und Sprintstärke von Mainz 05. 125,2 Kilometer - und damit fünf mehr als sein Team - rannten die Mainzer. Dazu kommen 262 Sprints. Das sind Bestwerte in der Liga. "Ich weiß nicht, ob es gereicht hätte, wenn wir vier oder fünf Kilometer weniger gelaufen wären", meinte Schmidt.

Seine Dauerläufer bekommen zudem noch Verstärkung. Kurz vor Transferschluss wurde der dänische Stürmer Emil Berggreen, 22, von Eintracht Braunschweig für drei Jahre verpflichtet. Als Ablösesumme ist ein Betrag von rund einer Million Euro im Gespräch. Im Gegenzug verleihen die Mainzer den Stürmer Florian Niederlechner, 25, für anderthalb Jahre an den Zweitliga-Zweiten SC Freiburg.

© SZ vom 01.02.2016 / sid
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