Wintersport:Straßer rast im Slalom aufs Podest

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Wintersport: Beschwingt in Adelboden: Linus Straßer.

Beschwingt in Adelboden: Linus Straßer.

(Foto: Gabriele Facciotti/dpa)

Der deutsche Skirennläufer qualifiziert dadurch für Olympia - auch Lena Dürr überwindet ihr Zwischentief. Biathlet Erik Lesser feiert sein bestes Ergebnis seit Monaten.

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Der deutsche Skirennfahrer Linus Straßer ist beim Slalom-Weltcup in Adelboden erneut aufs Podest gerast. Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr kämpfte sich der Münchner am Sonntag dank eines starken zweiten Laufs von Rang 14 auf Platz drei vor und sicherte sich so das Ticket für die Olympischen Spiele im Februar in Peking.

"Es sind wahnsinnig schwierige Bedingungen und ich habe es geschafft, keine Riesen-Fehler zu machen", kommentierte der Techniker in der ARD sein bestes Saisonergebnis. Zuletzt war Straßer im Weltcup deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben und hatte die Top 10 jeweils verpasst. Der Sieg ging überraschend an den Österreicher Johannes Strolz, der seinen ersten Weltcup-Sieg feierte. Zweiter wurde Landsmann Manuel Feller mit einem Rückstand von 0,17 Sekunden. David Ketterer erreichte mit Rang 23 das zweitbeste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere. Anton Tremmel, Julian Rauchfuss und Fabian Himmelsbach hatten den Finallauf verpasst.

Lesser vergibt den Podestplatz am Schießstand

Biathlet Erik Lesser hat zum Abschluss des Heimweltcups in Oberhof das Podium nur knapp verpasst. Der 33-Jährige lief in der Verfolgung über 12,5 Kilometer trotz drei Fehlern von Rang 15 auf acht nach vorne und holte sein bestes Saisonergebnis. Allerdings vergab er im dichten Schneetreiben mit zwei Strafrunden beim letzten Schießen den greifbaren Sieg, letztlich fehlten 40 Sekunden zu seinem ersten Podest seit 13 Monaten.

Auf der Schlussrunde zog Roman Rees (3 Strafrunden/+44,9 Sekunden) sogar noch an Lesser vorbei und wurde als Sechster bester Deutscher. Das Rennen gewann der als Neunter gestartete Quentin Fillon Maillet trotz zwei Fehlern in 36:48,3 Minuten. Für den Franzosen war es bereits der dritte Sieg in einer Verfolgung in Serie. Zweiter wurde der Schwede Sebastian Samuelsson (1/+9,9), Tarjei Bö (3/+15,6) aus Norwegen lief auf Rang drei. Benedikt Doll (3/+1:40,8) komplettierte als 15. das gute deutsche Mannschaftsergebnis, Philipp Nawrath (3/+2:15,1) verbesserte sich von Platz 51 auf 25.

Mit Plätzen in den Top Ten waren Lesser und Co. teilweise nah dran, doch für das Podest reichte es am Rennsteig nicht. Sorgen bereiten allerdings die teils ganz schwachen Auftritte der Frauen, bei denen lediglich Lokalmatadorin Vanessa Voigt mit zwei zwölften Plätzen zufrieden sein konnte. Auch beim ersten Weltcup des Jahres klappte es zu selten, eine starke Leistung in der Loipe mit einem fehlerlosen Auftritt am Schießstand zu kombinieren. Sinnbildlich waren die Plätze 26 im Sprint und 41 im Jagdrennen von Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann, die völlig von der Rolle ist. Einen Doppelsieg feierte die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland.

Dürr überzeugt kurz vor Olympia

Skirennläuferin Lena Dürr hat beim Weltcup im slowenischen Kranjska Gora ihr Zwischentief endgültig überwunden. Im vorletzten Slalom vor den Olympischen Spielen in Peking belegte die 30-Jährige den vierten Rang. Ihre dritte Podestplatzierung in diesem Winter verfehlte Dürr beim fünften Saisonsieg von Petra Vlhova (Slowakei) vor Wendy Holdener (Schweiz) und Anna Swenn Larsson (Schweden) um 0,23 Sekunden.

Erfreulich war aus deutscher Sicht auch das Abschneiden von Emma Aicher. Die 18-Jährige erfüllte durch Rang 13, den sie zeitgleich mit zwei weiteren Läuferinnen belegte, die DOSB-Norm für die Winterspiele (4. bis 20. Februar). Dürr profitierte unter anderem vom Ausscheiden von Mikaela Shiffrin im zweiten Lauf. Die Amerikanerin, am Vortag Siebte beim Riesenslalom-Sieg von Sara Hector (Schweden), bleibt aber im Gesamtweltcup vorne - knapp vor Rivalin Vlhova.

In die Freude über Dürr und Aicher mischte sich bei den Deutschen aber auch die Sorge um Paulina Schlosser. Die 20-Jährige von der Schwäbischen Alb stürzte am Samstag im ersten Durchgang ihres zweiten Weltcup-Rennens, dabei erlitt sie einen Bruch des Unterschenkels.

Geiger gewinnt in der Kombination

Kombinierer Vinzenz Geiger hat die Abwesenheit von Dominator Jarl Magnus Riiber genutzt und einen Monat vor Olympia seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Der Team-Olympiasieger gewann in Val di Fiemme mit einer Energieleistung klar vor Weltmeister Johannes Lamparter (Österreich) und Johannes Rydzek, der erstmals seit drei Jahren auf das Podest lief.

Wintersport: Nicht zu besiegen: Kombinierer Vinzenz Geiger.

Nicht zu besiegen: Kombinierer Vinzenz Geiger.

(Foto: Elvis Piazzi/AP)

"Ich habe mich auf einmal richtig gut gefühlt und einfach Vollgas gegeben", sagte Geiger. Der Oberstdorfer lag nach dem Springen noch auf Rang zehn, war in die Loipe aber schnell Teil einer 15-köpfigen Spitzengruppe. Einen Kilometer vor dem Ziel setzte sich Geiger ab und holte den achten Weltcupsieg seiner Karriere, drei davon feierte er im Fleimstal. Sein Oberstdorfer Klubkollege Rydzek lief sogar von Rang 19 bis auf das Podest - dort hatte er im Weltcup zuletzt im Februar 2019 gestanden.

Rydzek empfahl sich damit auch für einen Platz im deutschen Team für Peking (4. bis 20. Februar), die volle Olympia-Norm hat er allerdings noch nicht erfüllt. Routinier Eric Frenzel, am Samstag noch Dritter hinter Lamparter und Geiger, musste erst kurz vor Schluss die Top-Läufer ziehen lassen und wurde Siebter. Manuel Faißt, Fabian Rießle und der zuvor einzige deutsche Saisonsieger Terence Weber folgten auf den Rängen zehn bis zwölf.

Nolte holt Sieg im Zweierbob

Laura Nolte hat auf ihrer Heimbahn in Winterberg den vierten Saisonsieg im Zweierbob eingefahren. Mit ihrer Olympia-Anschieberin Deborah Levi hatte sie am Sonntag 0,13 Sekunden Vorsprung vor Teamkollegin Kim Kalicki. Die Wiesbadenerin fuhr mit Leonie Fiebig. Dritte wurde US-Pilotin Kaillie Humphries. Zweierbob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen patzte am Start mit Deutschlands schnellster Sprinterin Alexandra Burghardt und musste sich mit Rang neun begnügen. Im ersten Durchgang lief das Duo zu weit, sodass der Schlitten beim Einsteigen aus der Anlaufspur geriet und gegen die Bande krachte, was einen enormen Zeitnachteil verursachte. "Ich habe schon viele aufmunternde Nachrichten aus dem Team erhalten. Lieber passiert es hier als dann bei Olympia in Peking", sagte Burghardt.

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